Was genau ist Zöliakie?

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, dass heisst eine lebenslange Glutenunverträglichkeit, die eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut verursacht. Diese entsteht aufgrund einer Unverträglichkeit auf das Klebereiweiss in Getreiden wie Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste.

Die Symptome können ganz unterschiedlich sein, häufige Erscheinungen sind jedoch Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, bei Kindern sogar eine verlangsamte körperliche Entwicklung. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist eine glutenfreie Diät.

Wieso ist eine Patientenorganisation wichtig?

Die IG Zöliakie der Deutschen Schweiz wurde 1975 gegründet. Seither entwickelte sie sich mithilfe der Arbeit vieler Freiwilliger zu einer Patientenorganisation mit fast 4000 Mitgliedern.

Sie ist Ansprechpartner für Zöliakie- Betroffene, berät, bietet Hilfestellungen in Alltagsfragen und bilden die Schnittstelle zwischen der Industrie und den Betroffenen. Sie bietet Betroffenen, Neudiagnostizierten, Ärzten, Ernährungsberatungen etc. ein vielfältiges Angebot an Informationsmaterial.

Was sind die Tätigkeiten und das Engagement der IG Zöliakie?

Sie publiziert Informationen zur glutenfreien Ernährung und Beratung rund ums Leben mit Zöliakie. Ausserdem arbeitet sie mit Ärzten, Ernährungsberaterinnen, Fachstellen und Behörden sowie mit Nahrungsmittelherstellern und der Gastronomiebranche zusammen.

Des Weiteren beschäftigen wir uns mit der Lizenzierung von glutenfreien Produkten mit dem Warenzeichen Glutenfrei-Symbol und fördern den gegenseitigen Austausch unter Betroffenen in mittlerweile über 20 Regionalgruppen.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit engagieren sie sich um Zöliakie und glutenfreie Ernährung in der breiten Bevölkerung bekannter zu machen. Neben der herkömmlichen Pressearbeit organisieren sie zudem Vorträge, Kurse, Ausstellungen und Tagungen.

Wie helfen sie Betroffenen und welche Angebote bieten sie?

Sie ermöglichen eine Mitgliedschaft mit vielfältigen Angeboten, wie zum Beispiel dem Mitgliedermagazin Zöliakie-Info, welches vier Mal im Jahr erscheint. In den Tagungen und Informationsveranstaltungen, die sie speziell für Betroffene und Neudiagnostizierte in allen Altersgruppen organisieren, klären sie auf und geben Hilfestellungen.

Auch praxisbezogene Angebote, wie Back- und Kochkurse, können den Betroffenen helfen, sich mit der richtigen Ernährungsweise auseinander zu setzen. Durch die digitalen Möglichkeiten, konnten sie zudem andere Service Angebote, wie das  Gastronomie-Empfehlungs-Booklet und die App entwickeln, auf die der betroffene User allerorts zugreifen kann.

Auf was genau muss man als Betroffener oder Gastgeber achten?

Die einzige Behandlung der Zöliakie (Glutenintoleranz) ist die strikte und lebenslange glutenfreie Ernährung. Daher sollte man sich stets darüber informieren, was bei der Zubereitung von glutenfreien Menus zu beachten ist.

Glutenhaltige Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste werden in der Zöliakie-Küche z.B. mit Reis, Mais, Hirse, Kartoffeln, Buchweizen, Teff, Kastanien, Soja und weiteren Hülsenfrüchten, Quinoa, Amaranth, Tapioka/Maniok etc. ersetzt.

Dabei ist zu beachten, dass auch z.B. Buchweizenteigwaren nicht noch einen Weizenmehlanteil haben dürfen, sondern rein aus glutenfreien Zutaten bestehen müssen. Diese Problematik kann man jedoch umgehen, wenn man auf ein Gericht zurückgreift, welches von Natur aus glutenfrei ist.

Hierunter fallen beispielsweise Risotto (z.B. mit Pilzen, Spargeln, Spinat, Scampi etc.), Polenta (z.B. mit Gemüse und Fleisch), Kartoffelgerichte, Bohnengerichte und –eintöpfe oder Salatteller ohne Croûtons, Gemüseteller ohne Paniermehl usw.

Was sollte man beachten, wenn man im Restaurant oder im Ausland is(st)?

Der Betroffene sollte die entsprechenden Betriebe darauf ansprechen, ob glutenfreien Diät-Lebensmittel wie Brot, Mehl, Teigwaren etc. selbst mitgebracht werden müssen oder diese vom Restaurant/Hotel besorgt werden können. Heute sind bereits viele Betriebe bereit und auch in der Lage, glutenfreie Menus anzubieten. Sie empfehlen jedoch, frühzeitig anzufragen und im Voraus zu reservieren – sei es für ein Restaurant oder ein Hotel.

Vor der Auslandreise ist es ratsam, in Kontakt mit der jeweiligen Zöliakie-Gesellschaft zu treten. Dort sollte man eine Zusammenfassung in der Landessprache bestellen, die man z.B. im Restaurant abgeben kann. Man sollte stets versuchen, mit dem Koch zu sprechen, um sicher zu gehen, die Gefahr eventueller versteckter glutenhaltiger Zutaten zu verhindern.

Eine weitere Risikoquelle, die es auszuschalten gilt, könnte eine Kontamination durch die gemeinsame Zubereitung glutenhaltiger und glutenfreier Lebensmittel sein. Hilfreich sind auf jeden Fall Kärtchen für die Küche in der jeweiligen Landessprache, die über Ihre Unverträglichkeit informieren und um entsprechende glutenfreie Speisevorschläge bitten.

Es gibt Landesküchen, die sich weniger für eine glutenfreie Kost anbieten als andere, etwa weil traditionellerweise viele Saucen und Panaden angeboten werden.