Bei einem Ekzem handelt es sich um eine Entzündung der Haut, die nicht ansteckend ist. «Ein Ekzem äussert sich subjektiv typischerweise durch Juckreiz. Abhängig davon, ob das Ekzem vorübergehend (akut) oder dauerhaft (chronisch) ist, können weitere Symptome auftreten. Zudem können die Hautveränderungen an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich aussehen», erklärt Prof. Barbara Ballmer-Weber, leitende Ärztin der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich.

Betroffene Region geschwollen

Dabei werden verschiedene Phasen eines Ekzems unterschieden. In der akuten Phase ist die Haut gerötet. Es bilden sich häufig Knötchen, Bläschen und Krusten, die betroffene Region ist geschwollen und nässt. Besonders an der Kopfhaut zeigt sich häufig eine starke Schuppung. «Bei einem chronischen Ekzem ist die Haut verdickt, sie schuppt und es können sich Einrisse bilden, sogenannte Rhagaden. Gerade an den Händen kann es nicht selten zu einem chronischen Ekzem, das heisst einer dauerhafte Entzündungsreaktion kommen», so Ballmer-Weber. Es gibt sowohl innere als auch äussere Faktoren, die Ekzeme auslösen können.

Allergien fördern Ekzeme

Laut Ballmer-Weber spielt die vererbte Neigung zu Allergien eine zentrale Rolle. Wer etwa unter allergischem Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis im Kindesalter leide, habe auch ein erhöhtes Risiko für Ekzeme im späteren Lebensalter. Auch trockene Haut ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Ekzemen. Zu intensives Waschen mit Seife, trockene Luft und niedrige Temperaturen entziehen der Haut Feuchtigkeit und zusätzlich Fett. Daneben spielen äussere Faktoren bei der Entstehung von Ekzemen eine gros­se Rolle. Die gesunde Haut verfügt über eine natürliche Barrierefunktion und schützt damit den Körper vor dem Eindringen körperfremder Stoffe. Je häufiger die Haut mit reizenden, hautschädigenden oder allergieauslösenden Stoffen in Kontakt kommt, desto eher erschöpfen sich die natürlichen Schutzmechanismen der Haut. Die Folge ist, dass die körpereigene Abwehr gegen diese körperfremden Stoffe überreagiert und eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird.

Handekzem

«Besonders häufig von einem Ekzem betroffen sind die Hände. Man spricht dann von einem Handekzem. Es handelt sich dabei um eine typische Erkrankung, an der oftmals Coiffeusen, Reinigungskräfte, Bauarbeiter oder Hausfrauen leiden», erklärt die Fachärztin. Menschen, die viel mit den Händen arbeiten und in Kontakt mit allergisierenden Substanzen kommen, können entsprechend ein Handekzem entwickeln. Symptome des Handekzems sind Rötungen, Schuppung, Hauteinrisse und kleine Bläschen. Gerade Patienten mit chronischem Handekzem sind in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt, sind die Hände doch ein wichtiges Kommunikations- und Funktionsorgan. Die Auswirkungen eines chronischen Handekzems auf die Arbeitsfähigkeit sind enorm und gefährden damit nicht nur die berufliche, sondern auch soziale Integration des Patienten. Betroffene schämen sich oft, die eigenen Hände zu zeigen und andere Menschen zu berühren. Sie haben Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle. Darüber hinaus leiden die Patienten unter Juckreiz und Schmerzen, bedingt durch das chronische Entzündungsgeschehen.

Behandlung möglich

«Bei einer milden Form des Handekzems kann man bereits mit feuchtigkeitsspendenden Cremen und Verwendung von milden Reinigungsmitteln mit einem hautfreundlichen pH-Wert, welche die Haut nicht zusätzlich austrocknen, Besserung erzielen. Daneben ist es besonders wichtig, bei hautbelastenden Tätigkeiten immer Schutzhandschuhe zu tragen», erklärt Ballmer-Weber. Bei schweren Handekzemen, insbesondere wenn sie trotz der Basispflege bestehen bleiben, helfen cortisonhaltige Präparate oder spezielle, beim Dermatologen angebotene Lichtbehandlungen. Chronische Handekzeme gehen mit ausgedehnten, oft wiederkehrenden oder beständigen Hautveränderungen einher und sind schwierig zu behandeln. Bei diesen schweren Formen können Medikamente wie das Alitretinoin (Toctino) mit gutem Behandlungserfolg eingesetzt werden.