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Schön sein aber zu welchem Preis? Eine gesunde, gebräunte Haut gilt in Europa als Schönheitsideal. Zuviel Sonne kann die Haut allerdings schädigen.

Mehr als 100 Pigmentmale am Körper, Pigmentmale, die in Form und Farbe unregelmässig sind oder die sich verändert haben, ein heller Hauttyp, eine frühere Hautkrebserkrankung, Hautkrebserkrankungen in der Familie oder eine Schwächung des Immunsystems, zum Beispiel nach einer Organtransplantation, sind Indikatoren, die mit einem Facharzt besprochen werden sollten. «Dieser kann dann einschätzen, ob und wie häufig eine regelmässige Kontrolle der Haut notwendig ist», sagt der Dermatologe Ralph Braun.

Heller Hauttyp

Am meisten gefürchtet ist der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom. Es betrifft alle Altersstufen und ist für die meisten Todesfälle unter den Hautkrebsarten verantwortlich. Weitaus häufiger ist der weisse Hautkrebs. Er umfasst das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom (Spinozelluläres Karzinom) sowie dessen Vorstufen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen mit hellem Hauttyp und starker Sonnenexposition. «Bösartige Veränderungen an der Haut können aber auch Metastasen von Krebserkrankungen innerer Organe darstellen. So kann etwa eine Veränderung an der Haut zur Diagnose eines bis anhin unbekannten metastasierten Krebsleidens führen», erläutert Braun.

Operative Entfernung

Beim weissen Hautkrebs liegen die Ursprungszellen in der Oberhautschicht. Die typische Lokalisation ist der Nasenrücken, die Augenpartie und das übrige Gesicht. Die Behandlung der Wahl ist die operative Entfernung des Karzinoms. Da das Basalzellkarzinom häufig unsichtbare Tumorausläufer bildet, sollte das histologische Präparat an allen Schnitträndern nach Tumorresten untersucht werden. In manchen Fällen ist dann eine Nachoperation notwendig, oder die Operation wird von Anfang an in mehreren Schritten geplant.

Engmaschige Nachkontrolle

Das Plattenepithelkarzinom ist ebenfalls eine Erkrankung älterer Menschen nach langjähriger Sonnenbelastung und tritt bevorzugt an Ohrmuscheln, Augenunterlidern, Nasenrücken und Unterlippe auf. Häufig entwickeln sich Plattenepithelkarzinome aus Vorstufen, den sogenannten aktinischen Keratosen. Die Behandlung der Wahl ist auch hier die operative Entfernung mit anschliessender feingeweblicher Untersuchung. Wird hier eine besonders aggressive Wuchsform festgestellt oder übersteigt der Tumor eine gewisse Tumordicke, ist nach der Operation eine engmaschige Nachkontrolle nötig. «Dadurch kann eine eventuelle Absiedlung von Tumorzellen in die zugehörigen Lymphknoten-Stationen festgestellt werden», erklärt Braun. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom können Plattenepithelkarzinome in den zugehörigen Lymphknoten bösartige Zellen absiedeln und in seltenen Fällen auch in entlegene Organe metastasieren. Dies trifft speziell für Menschen mit unterdrückter Körperabwehr zu. Früh genug erkannt, kann diese Hautkrebsart jedoch fast immer durch die Operation geheilt werden.

Höheres Risiko

Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) entsteht aus den Pigmentzellen der Haut. Die meisten Melanome entwickeln sich an Stamm und Extremitäten, manchmal aus vorbestehenden Leberflecken. Männer und Frauen sind gleichermassen betroffen und häufig zwischen 50 und 60 Jahre alt. Die Gefährlichkeit nimmt mit der Tumordicke zu. Bei dünnen Melanomen ist die Gefahr einer Metastasierung sehr gering. Bei dicken Melanomen über vier Millimeter ist hingegen ein höheres Risiko vorhanden. Rund 90 Prozent aller Patienten mit schwarzem Hautkrebs gelten nach der ersten Operation als geheilt.