«Zum Herpesausschlag kommt es typischerweise nach einer Infektion der Haut mit Herpesviren», erklärt Thomas Kündig, Leitender Dermatologe an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Dabei unterscheidet man zwischen Typ 1, der sich hauptsächlich an den Lippen zeigt, Typ 2, der an den Genitalien vorkommt, und Herpes Zoster, der als Gürtelrose bekannt ist.

Infektion ist unheilbar

«Eine Erstinfektion mit Typ 1 findet häufig bereits im Kleinkindalter statt und verläuft dann meist unbemerkt. Bei einem Teil der Kinder bleibt das Virus jedoch im Körper und kann immer wieder ausbrechen», so Kündig. Die Erkrankung ist hochgradig ansteckend und kann durch Berührung, Küssen oder Geschlechtsverkehr weitergegeben werden. «Heilen kann man die Infektion nicht und es kann immer wieder zu Krankheitsausbrüchen kommen. Nach der Erstinfektion, die zumeist relativ stark verläuft, ist der Verlauf weiterer Infektionen jedoch meist schwächer», sagt Kündig.

Schutz ist schwierig

Wenn das erste Kribbeln und Brennen der Lippe den Herpes ankündigt, können antivirale Cremen, insbesondere aber Tabletten helfen, dass die Bläschen erst gar nicht entstehen oder den Verlauf abschwächen. «Sind die Bläschen erst einmal da, ist die Wirksamkeit nur noch gering», so der Facharzt. Sich vor dem Herpesvirus zu schützen, ist laut Kündig gar nicht so leicht. Besonders bei Lippenherpes ist eine Ansteckung schnell passiert. Beim Genitalherpes könne durch den Kondomgebrauch die Ansteckungsgefahr um 50 Prozent verringert werden.