Daran erkennen Sie IBS

Leiden Sie seit mehr als drei Monaten unter :

  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen und/ oder Bauchkrämpfe
  • Bessern sich die Bauchschmerzen mit einsetzendem Stuhlgang?
  • Haben Sie festeren oder weicheren Stuhl, wenn Ihre Bauchschmerzen einsetzen?
  • Haben Sie eine Änderung der Stuhlfrequenz, wenn Ihre Bauchschmerzen einsetzen?

Das Reizdarmsyndrom (Irritable Bowel Syndrome, IBS) ist ein häufig auftretendes Problem. Es betrifft Schätzungen zufolge rund 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung, und es kann vielfach bereits in jungem Alter auftreten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Das Reizdarmsyndrom manifestiert sich in unregelmässiger Darmtätigkeit, Blähungen und Bauchkrämpfen.

«Patienten mit einem Reizdarm haben einen überempfindlichen Darm, der auf Nahrung oder Dehnung durch Gase mit Schmerzen, Krämpfen, Durchfall oder Obstipation oder beidem überreagiert», erläutert der Facharzt Stephan Vavricka. Die muskuläre Darmtätigkeit, die für den Transport des Nahrungsbreis und des Stuhls sorgt, verläuft bei Patienten mit Reizdarm unkoordiniert. Zu ausgeprägte Kontraktionen verursachen Krämpfe mit Stuhldrang und Durchfall.

Üblicherweise geht es den Patienten nach dem Stuhlgang etwas besser. Wenn Spasmen überwiegen, kommt es zu Verstopfung und einem dauernden Blähbauch. Oft werden psychische Probleme oder Stress für den Reizdarm verantwortlich gemacht. «Dies sind jedoch keine ursächlichen Faktoren, können aber Reizdarmsymptome verstärken», betont Vavricka. Reizdarmbeschwerden führen nicht zu ernsthaften Erkrankungen wie einem Dickdarmkrebs.

Symptome und Abklärung

Die Darmtätigkeit wechselt von Person zu Person und ist abhängig von der Nahrungsaufnahme, der Art der Nahrung, körperlicher Tätigkeit, Stress und anderen Faktoren. Bis zu dreimal Stuhlgang pro Tag oder drei Stuhlentleerungen pro Woche gelten als normal. Wenn aber über längere Zeit Bauchkrämpfe, Blähungen und unregelmässiger Stuhlgang vorkommen, liegt wahrscheinlich ein Reizdarmsyndrom vor.

Blutabgang, Gewichtsverlust und Fieber sind jedoch keine Symptome des Reizdarms. «Vor der definitiven Diagnose müssen Krankheiten mit ähnlichen Beschwerden ausgeschlossen werden», sagt Vavricka. Es sind dies insbesondere eine Zöliakie, eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz, Nahrungsmittelallergien, chronisch entzündliche Darmkrankheiten, parasitäre Infektionen und bei älteren Patienten das Kolonkarzinom. Dazu sind Laboranalysen und je nach Situation eine Darmspiegelung notwendig.

Therapie und Behandlung

Zunächst ist es wichtig, herauszufinden, ob gewisse Nahrungsmittel die Symptome verursachen oder verstärken. In diesem Zusammenhang spielt der sogenannte FODMAP-Ansatz eine wichtige Rolle. FODMAP steht als Abkürzung für «Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole». Diese natürlicherweise in gewissen Nahrungsmitteln vorkommenden Kohlenhydrate haben verschiedene Wirkungen und werden nicht von allen Menschen gut vertragen.

Ein Einschränken der FODMAP-reichen Nahrungsmittel führt deshalb oft zu einem Rückgang der Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall, abwechselnd mit Verstopfung. «Eine FODMAP-arme Ernährung eignet sich deshalb insbesondere auch beim Reizdarmsyndrom», erläutert Vavricka. Nur ein Bruchteil der Reizdarmsyndrom-Patienten leide unter echten Nahrungsmittelunverträglichkeiten beziehungsweise Nahrungsmittelallergien.

Die medikamentösen Massnahmen richten sich meist nach dem vorherrschenden Symptom. Bei Verstopfung wird ein mildes Abführmittel verordnet, bei Spasmen in der Regel ein Spasmolytikum, das krampflösend wirkt. Niedrig dosierte Antidepressiva erhöhen die Schmerzschwelle, sodass die Reizdarmbeschwerden besser toleriert werden können. Es gibt aber bis heute kein Medikament, das zu völliger Beschwerdefreiheit führt.