In der Mundhöhle leben Pilze, Viren und Bakterien. Sie befinden sich auf der Schleimhaut, der Zahnoberfläche sowie im Speichel und gehören zu einer intakten Mundflora. Manche von ihnen sind gute und manche sind böse Keime. Normalerweise besteht eine Balance.

Dieses Gleichgewicht kann aus dem Lot geraten, etwa durch Medikamente, schwere Krankheiten, übermässigen Konsum von Genussmitteln, ein angeschlagenes Immunsystem und mangelnde Hygiene.

So entsteht dann beispielsweise ein Infekt, eine Verletzung, ein gut- oder bösartiger Tumor. Ausserdem können sich Haut- oder Schleimhauterkrankungen bilden.

Gut zu wissen

Schmerz ist kein Gradmesser für die Bösartigkeit einer Krankheit. Krebs schmerzt gewöhnlich nicht, eine Aphthe dafür umso mehr. Letztere ist harmlos. Alarmierend ist eine Wunde – insbesondere eine offene Stelle – die schmerzfrei ist. Verändert sich die Mundschleimhaut, sollen die Veränderungen im Auge behalten werden.

PD Dr. med. Dr. med. dent. Harald Essig, Leitender Arzt Universitätsspital Zürich, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, rät: «Sind diese nach 14 Tagen noch vorhanden, ist es sinnvoll, zum Zahnarzt zu gehen.» Er ist die erste Anlaufstelle und kuriert Karies sowie Parodontitis. Wenn nötig schickt der Zahnarzt den Betroffenen zum Dermatologen, Internisten, ORL-Spezialisten oder Kieferchirurgen.

Von A wie Aphthe bis K wie Krebs

«Ursachen für Mundschleimhauterkrankungen sind u. a. Viren, Bakterien, Pilze, Autoimmunerkrankungen, chemische, thermische oder mechanische Reize sowie gute und bösartige Gewächse», erklärt Prof. Dr. med. dent. Michael Bornstein, Stationsleiter Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie, Universität Bern.

Aphthen zählen zu den häufigsten Mundschleimhauterkrankungen. Das sind stecknadelgrosse, schmerzhafte, wiederkehrende Wunden. Sie kommen einzeln oder in der Mehrzahl vor. Der Auslöser ist unbekannt. Versorgt werden sie mit schmerzlindernden Salben, Gels, Spülungen oder Kortikosterioden.

Fieberbläschen sind mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an den Lippen. Infiziert mit Herpes sind ca. 90 Prozent der Bevölkerung. Während eines Schubs steckt der Virus leicht andere Körperregionen und Personen an.

Die einen schwören auf antivirale Cremen, die anderen auf Zink- oder Melissensalbe und die nächsten auf Honig. Die Übertragung von humanen Papillomviren (HPV) auf die Mundschleimhaut durch Oralverkehr ist möglich.

Sie stehen im Verdacht, Mundhöhlenkarzinome auszulösen. Der beste Schutz ist Safer Sex, denn einen anderen gibt es zurzeit nicht. Mundhöhlenkrebs wird primär verursacht durch Nikotin, Alkohol und schlechte Mundhygiene. Werden kleine Karzinome rechtzeitig erkannt und frühzeitig behandelt, erhöht das die Überlebenschance – das setzt eine regelmässige Kontrolle beim Zahnarzt voraus.