Dennoch: MS lässt sich zwar nicht heilen, doch mit der richtigen Diagnose und Therapie immer besser aufhalten. MS hat viele Gesichter. Prinzipiell kann die Krankheit alle Erscheinungen verursachen, die durch eine Schädigung eines oder mehrerer Teile des zentralen Nervensystems entstehen können.

Es gibt aber besonders häufige Anzeichen, die den Verdacht lenken. «Dies sind z.B. einseitiges, rasch auftretendes Unscharfsehen, verminderte Empfindung, Schwäche einzelner Glieder, Blasenstörungen und vieles mehr», weiss Prof. Dr. med. Ludwig Kappos, Chefarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsspital Basel.

Auch Störungen in der geistigen Leistungsfähigkeit oder vermehrte Ermüdbarkeit können vorkommen. Art der Erscheinungen und Schweregrad der Erkrankung können unterschiedlich sein – von schwer betroffen, rollstuhlabhängig oder bettlägerig bis zu über mehrere Jahrzehnte ohne jegliche Beeinträchtigung.

Diagnosestellung und Therapie

Für die Diagnose reicht kein einfacher Test. «Erst mit Hilfe der Krankengeschichte, der neurologischen Untersuchung und der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) lässt sich nachweisen, dass einerseits mindestens zwei verschiedene Teile des zentralen Nervensystems betroffen sind, anderseits die Krankheit mindestens in zwei voneinander zeitlich getrennten Ereignissen oder über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten langsam fortschreitend verlaufen ist. Auch müssen andere mögliche Alternativdiagnosen sorgfältig ausgeschlossen worden sein», so Kappos.

Die Therapie verfolgt bei MS prinzipiell drei Ziele: Die Behandlung von Schüben durch Gabe von hochdosiertem Kortison zur raschen Rückbildung von Verschlechterungen; Massnahmen zur Abmilderung von Störungen oder Beeinträchtigungen (medikamentös oder durch Physio-, Ergo- oder Psychotherapie); sowie das Vorbeugen von Schüben und dem Fortschreiten der Krankheit.

Kappos hierzu: «In den letzten Jahren wurden auch mit aktiver Beteiligung unseres Teams mehrere wirksamere Medikamente entwickelt, die es bei früher und konsequenter Anwendung mehr MS-Betroffenen erlauben, über längere Zeit ein möglichst wenig beeinträchtigtes Leben zu führen.»