Zu den lautesten Schnarchern der Welt zählt ein Schwede – Kare Walkerts Lautstärke beträgt 93 Dezibel (dB). Als Vergleich: Ein Presslufthammer verursacht ca. 100 dB. Gemäss der Schall- und Laserverordnung (SLV) müssen Veranstaltungen von 93–100 dB den Behörden gemeldet werden.

Die Schnarcherei stört nicht nur den Bettpartner, sondern kann die Gesundheit des Verursachers gefährden. Im Extremfall setzt die Atmung während des Schlafes kurz aus. Ist dies gekoppelt mit Tagesmüdigkeit, könnte es sich um eine Schlafapnoe handeln.

Die Folgen davon können Erschöpfung, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Probleme sein. Meist ist Schnarchen jedoch harmlos.

Wie entsteht Schnarchen?

Im Schlaf entspannen sich die Muskeln im Gaumen und Rachen. Dadurch fallen die Atemwege zusammen und der Rachenraum wird kleiner. Deshalb braucht das Einsaugen der Luft mehr Sog und diese zirkuliert schneller.

So vibrieren dann Gaumensegel, Zäpfchen, seitliche Rachenwände, Zungengrund und Kehldeckel. Dieses Flattern erzeugt die Schnarchgeräusche. Begünstigt wird das beispielsweise durch ein schlaffes Gaumensegel, ein zu langes Zäpfchen, vergrösserte Polypen oder Mandeln, eine behinderte Nasenluftpassage und eine Kieferfehlstellung.

Was verstärkt das Schnarchkonzert?

Bei einer Erkältung oder Rauchern schwellen die Schleimhäute an, verengen die Atemwege und fördern das Schnarchen. Übergewicht führt zu Fettpölsterchen im Rachen, die diesen verengen.

Alkohol, Schlaf- und Beruhigungstabletten lockern die Muskulatur. In Rückenlagen fallen dann Unterkiefer und Zunge nach hinten, wodurch der Rachenraum enger wird.

Was hilft dem Schnarcher?

Bei klinischen Beschwerden rät Prof. Martin Rücker von der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsspitals Zürich zur medizinischen Abklärung. Je nach Ursache sollen der ORL-Spezialist, der Zahnarzt, der Pneumologe, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg und der Kieferorthopäde hinzugezogen werden.

Manchmal ist der Gang ins Schlaflabor nötig. So erhält der Betroffene eine seriöse Diagnose und ein Gesamtkonzept für die Behandlung. Vermindern Nasenmuscheln, Mandeln oder Polypen den Rachenraum, werden sie verkleinert oder entfernt. Schränkt eine verkrümmte Nasenscheidewand die Atmung ein, wird diese begradigt.

Um das Flattern des Gaumensegels zu reduzieren, wird dieses verkleinert. Löst der Unterkiefer das Schnarchen aus, leistet eventuell eine Protrusionsschiene Hilfe. Wichtig: Diese sollte nur unter ärztlicher oder zahnärztlicher Kontrolle angewandt werden. Die Schiene kann das Schnarchen lindern, aber auch den Kiefer verändern und Schmerzen hervorrufen.

Eine ausgeprägte Kieferfehlstellung wird chirurgisch korrigiert. Ist anatomisch alles gut, werden andere Massnahmen probiert: Gewichtsreduktion, Alkohol- und Nikotinverzicht, relaxierende Medikamente weglassen, in Seitenlage schlafen etc Leider existiert kein Patentrezept: Somit muss jeder sein eigenes Heilmittel finden.