Osteoporose beginnt schleichend und macht oftmals lange Zeit keine Symptome.

«Im schlimmsten Fall nimmt man Osteoporose erst zur Kenntnis, wenn der Knochen bereits gebrochen ist», sagt Emil Mahnig, Präsident von OsteoSwiss.

Dabei lässt sich schon in jungen Jahren viel für einen gesunden Knochen tun.

Bis etwa zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen zu.

Danach baut der Körper jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent wieder ab.

«Bei Osteoporose ist es nun so, dass die Knochenmasse über dieses natürliche Mass hinaus abnimmt», erklärt Mahnig. Die Ursache dafür liegt in einem gestörten Knochenstoffwechsel.

Betroffen sind vorwiegend Frauen nach der Menopause. «Es gibt aber immer mehr Fälle, wo bereits junge Menschen an Osteoporose erkranken», so Emil Mahnig. Die Gründe hierfür liegen einerseits in der genetischen Veranlagung, andererseits am Lebensstil.

«Wenn bereits in den Kinder- und Jugendjahren, während der Wachstumsphase des Knochens, in Sachen Ernährung, Bewegung, Kalziumzufuhr, Vitamin D vieles falsch gemacht wird, ist der Knochen sehr anfällig», betont Mahnig.

Viele Menschen würden laut dem Experten gar nicht wissen, wie sie ihre Knochen gesund halten können. Deshalb die Botschaft: «Schon in jungen Jahren an die Knochen denken, um unschöne Folgen zu vermeiden.»

Auf frühe Anzeichen achten!

Keine Symptome heisst leider noch lange nicht, dass der Knochen gesund ist. Deshalb gilt, auch auf kleine Warnzeichen zu achten. Dazu gehören Rückenschmerzen, Muskelverspannungen oder blitzartige Schmerzattacken in der Wirbelsäule.

«Ein erster wichtiger Hinweis auf Osteoporose ist der häufig schmerzlose Verlust an Körpergrösse», so Mahnig. Leider wird Knochenschwund in vielen Fällen erst dann erkannt, wenn bereits Knochenbrüche aufgetreten sind.

«Zu den häufigsten Folgen der Osteoporose gehören Frakturen der Wirbelkörper, die meist ohne äussere Einflüsse auftreten.»

Früherkennung dank Knochendichtemessung

Dank der Knochendichtemessung ist es heute möglich, eine frühzeitige Osteoporose-Diagnose zu stellen. Die Messung der Knochendichte ist schmerzlos und wird mittels Ultraschall oder Röntgenaufnahmen durchgeführt.

Dank einer frühen Behandlung von Osteoporose können Schäden am Knochen verhindert werden. Die gute Nachricht:

Osteoporose ist in jedem Alter und in jedem Stadium behandelbar.

Zwar kann Knochenschwund nicht vollständig geheilt werden, jedoch kann das Risiko weiterer Frakturen deutlich gesenkt werden.

Gleichzeitig kann die Schmerzsituation und damit die Lebensqualität erheblich verbessert werden.

Osteoporose lässt sich gut behandeln

«Eine wirksame und erfolgreiche Osteoporose-Therapie beruht gleichzeitig auf mehreren Säulen, die individuell auf die Betroffenen zugeschnitten sein müssen», so Emil Mahnig.

Dazu gehören einerseits Medikamente, die den Knochenabbau hemmen. Andererseits spielt ein «knochengesunder Lebensstil» mit Sport, Bewegung, gesunder Ernährung sowie der Zufuhr von Kalzium und Vitamin D eine wichtige Rolle. 

Tipps zur Vorbeugung von Osteoporose:

  • kalziumreiche Ernährung: Milch, Joghurt, Käse, Mineralwasser, Gemüse, Früchte
  • aufs Gewicht achten: Untergewicht fördert die Osteo­porose, Übergewicht schadet dem ganzen Organismus
  • Bewegung im Freien: Die Sonnenstrahlen stimulieren die körpereigene Produktion von Vitamin D, das wiederum die Aufnahme von Kalzium fördert
  • Sport: Krafttraining ist ideal, um die Knochen zu stärken und den Muskelaufbau zu fördern. Auch Ausdauersportarten wie Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen wirken einer Osteoporose entgegen