Das Krankheitsbild von Parkinson ist komplex und kann im Einzelfall sehr diffus sein. «Es sind eine Reihe von unspezifischen Symptomen wie Riechstörungen, Verstopfung oder lebhafte (Alb)Träume in der Nacht, die auf eine Parkinson- oder ähnliche Krankheit hinweisen können.

Diese so genannten Begleitsymptome können vor den Hauptsymptomen wie Zittern, Verlangsamung, Muskelsteifheit und Gang- und Gleichgewichtsstörungen auftreten», erklärt Prof. Dr. med. Christian R. Baumann, Leitender Arzt in der Klinik für Neurologie am Universitätsspital Zürich.

Die Parkinson-Erkrankung ist klassischerweise eine Erkrankung, die im höheren Lebensalter auftritt, kann in seltenen Fällen aber auch schon bei jungen Menschen auftreten

Im weiteren Krankheitsverlauf können weitere Begleitsymptome dazukommen: Fast die Hälfte aller Parkinson-Patienten klagt über Schmerzen, die als ziehend, brennend, krampfartig oder rheumatisch beschrieben werden.

Zu den vielen anderen nicht-motorischen Symptomen gehören auch gestörte Blutdruck-Regulation, Inkontinenz, Erektionsstörung, Demenz, Depression, Ängste und eine Vielzahl von Schlaf-Störungen. Bei jedem Betroffenen ist das Auftreten solcher Anzeichen individuell verschieden. Die Parkinson-Erkrankung ist klassischerweise eine Erkrankung, die im höheren Lebensalter auftritt, kann in seltenen Fällen aber auch schon bei jungen Menschen auftreten. Die Erkrankung ist bis heute nicht heilbar.

Besondere Belastung durch die Begleitsymptome

Die nicht motorischen Begleitsymptome sind häufig sehr belastend für den Patienten selber, aber auch für die Angehörigen. Sie schränken die Lebensqualität oftmals genauso stark ein wie die motorischen Symptome.

«In frühen Stadien stehen meistens die motorischen Symptome wie Verlangsamung, Zittern sowie Muskelsteifigkeit im Vordergrund», erklärt Prof. Baumann.

Diese Symptome lassen sich zu diesem Zeitpunkt mit Parkinson-Medikamenten in der Regel recht gut behandeln. Auch die nicht motorischen Symptome können – je nach Art der Symptome – mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittener Erkrankung

Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen. Allerdings können nach langer Therapiedauer als Nebenwirkung unberechenbare und nicht unkontrollierbare Bewegungen auftreten.

Wenn tageszeitliche Schwankungen in der Gang- und Bewegungsfreiheit auftreten, wenn zum Beispiel die Wirkung des Medikaments vor Einnahme der nächsten Dosis spürbar nachlässt, dann sollten Betroffene eine Strategie-Änderung in der Behandlung erwägen.

Eine Möglichkeit der fortgeschrittenen Therapie ist die Tiefe Hirnstimulation, bei der Elektroden zur Stimulation im Gehirn implantiert werden. Die Tiefe Hirnstimulation ist allerdings nicht für alle Patienten geeignet und nicht alle Menschen sind bereit, sich dem Risiko einer Hirnoperation auszusetzen.

Um den schwankenden Wirkspiegeln bei fortgeschrittenen Stadien entgegenzuwirken, gibt es auch die Möglichkeit einer Dopamin-Pumpe, die kontinuierlich, über eine Sonde im Dünndarm, den Wirkstoff abgibt. Weiterhin gibt es die Apomorphin-Pumpe, mit der das Medikament kontinuierlich unter die Haut appliziert wird.

Die Begleitsymptome nehmen im Krankheitsverlauf häufig zu. Diese Symptome sprechen leider oft nicht auf die Tiefe Hirnstimulation an und müssen mit herkömmlichen Medikamenten behandelt werden – der Erfolg dieser Behandlungen ist im Einzelfall sehr unterschiedlich.