Wer von Psoriasis betroffen ist...

...hat ein grösseres Risiko, an weiteren Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf- und Gefäss-Erkrankungen, Psoriasis-Arthritis, Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Fettstoffwechselstörungen, wiederkehrenden Augenentzündungen (Uveitis) oder Depressionen zu erkranken.

Die nicht durch Alkohol hervorgerufene Leberverfettung tritt ebenfalls vermehrt bei Patienten mit Psoriasis und insbesondere bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis auf. Als Folge kann sich eine Leberentzündung (Hepatitis) mit Leberfunktionsstörungen zeigen. Ausgelöst und verstärkt werden diese Begleiterkrankungen durch die innerlichen Entzündungsprozesse.

Erhöhtes Risiko für weissen Hautkrebs

«Psoriasis-Patienten haben wegen der Erkrankung selber und wegen verschiedener Therapien ein erhöhtes Risiko für weissen Hautkrebs», weiss der Dermatologe und Venerologe Prof. Dr. WenChieh Chen vom Immunologie-Zentrum Zürich (IZZ). Auch am Auge kann es zu Manifestationen kommen  – insbesondere die Entzündung der Augenhaut «Uvea» mit schmerzhafter Lichtempfindlichkeit und Sehstörung ist hier zu nennen.

Zwischenzeitlich ist auch bekannt, dass sowohl die Psoriasis als auch die Psoriasis-Arthritis das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Arteriosklerose mit Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.

Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass Patienten mit Psoriasis-Arthritis häufiger als Gesunde unter Bluthochdruck, Diabetes, erhöhten Blutfettwerten und Übergewicht leiden, andererseits auf die erhöhte chronische Entzündung im Körper.

Frühzeitig erkannt, können die meisten Begleiterkrankungen gut behandelt und schwere Schäden verhindert werden. Genau hier liegt jedoch das Problem. «Die meisten Patienten sind nicht sensibilisiert auf andere Begleiterkrankungen. Deshalb dauert es häufig lange, bis der Zusammenhang zu Psoriasis hergestellt wird», erklärt Prof. Chen. Hier ist die Information und Aufklärung der Betroffenen entscheidend.

Gleichzeitig kann ein gründliches Anamnesegespräch durch den Dermatologen wichtige Hinweise liefern. «Wir müssen gezielt nach Beschwerden fragen, auch wenn diese vielleicht noch gar nicht präsent sind», betont Prof. Chen.

«Wer gut behandelt ist, hat weniger Begleiterkrankungen»

Als häufigste Begleiterkrankung von Psoriasis gilt die Arthritis. Bis zu 15 Prozent der Psoriasis-Patienten sind von dieser Gelenkserkrankung betroffen, die unbehandelt bleibende Gelenkschäden zur Folge haben kann.

Bei der überwiegenden Zahl der Betroffenen tritt die Gelenksbeteiligung erst mehrere Jahre nach den Hautsymptomen auf. «In 80 Prozent der Fälle zeigt sich zuerst die Psoriasis und danach folgt die Arthritis. Es gibt jedoch auch Patienten mit geringen Hautmanifestationen, dafür stärkeren Gelenkerkrankungen.

Bei etwa 5 Prozent zeigt sich zuerst eine Arthritis ohne Hautbeteiligung», weiss der Nephrologe und Rheumatologe Dr. Michael Kirsch vom IZZ. Grundsätzlich treten Begleiterkrankungen aber umso häufiger auf, je schwerer die Psoriasis ist. «Wer gut behandelt ist, hat weniger Begleiterkrankungen», so Dr. Kirsch.

Es gilt: Jeder, der von Psoriasis betroffen ist und Schmerzen in den Gelenken hat, sollte sich sofort auf Psoriasis-Arthritis untersuchen lassen – möglichst beim Rheumatologen. Je später der Patient zum Arzt geht, desto länger kann eine Entzündung bleibenden Schaden anrichten.

Risikofaktoren reduzieren

Psychische Probleme werden bei Psoriasis ebenfalls häufig genannt. «Besonders Patienten, die nicht gut behandelt sind und zusätzlich Arthritis haben, leiden häufig darunter», weiss Dr. Kirsch. Wichtig ist, laut den Fachärzten, eine gute Beratung des Patienten.

«Es ist zentral, dass der Patient die nötigen Zusatzuntersuchungen, die daraus resultierenden Behandlungsvorschläge und gegebenenfalls Anpassungen des Lebensstils versteht und mitmacht.» Zudem kann der Patient selbst einiges dafür tun, das Risiko für Begleiterkrankungen zu reduzieren.

Dazu Dr. Kirsch: «Risikofaktoren für kardiovaskuläre Begleiterkrankungen sind einerseits beeinflussbare Faktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, Diabetes und eine zu hohe Entzündungsaktivität der Psoriasis-Arthritis – welche durch Medikamente effektiv behandelt werden kann –, andererseits nicht beeinflussbare Risikofaktoren wie Vererbung, Alter und männliches Geschlecht.»

Günstig wirkt sich daher eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, Verzicht auf Rauchen sowie eine möglichst vollständige Kontrolle der Krankheitsaktivität durch Medikamente aus.

Kennen Sie Ihre Werte?

Die Erfassung Ihrer empfundenen Lebensqualität, die Aufschluss über Veränderungen im Therapieverlauf gibt, kann für Ihren behandelnden Arzt wichtig sein, um den Erfolg ihrer aktuellen Behandlung zu bewerten.

Auch eine Erhebung Ihrer individuellen Lebensqualität beim ersten Arztbesuch kann Hinweise für die Wahl der richtigen Therapieoption geben. Zur Feststellung der Lebensqualität stehen eine Reihe von standardisierten Fragebögen zur Verfügung.

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