Welche Erfahrung machen Sie in der Arbeit mit an Neurodermitis erkrankten Kindern?

Den Eltern stellen sich oftmals eine Vielzahl an Fragen – zur Pflege der Haut, zur Ernährung, aber auch zu den Therapiemöglichkeiten. Für Kinder und besonders auch für deren Eltern stellt Neurodermitis eine grosse Belastung dar. Typisch ist auch, dass die Eltern nach Ursachen suchen und verzweifelt sind, wenn Therapien keinen Erfolg bringen. Wir bieten spezielle Kurse an, in denen sich Betroffene über Neurodermitis informieren können.

Wie können die Betroffenen mit ihrer Erkrankung im Alltag umgehen?

Ganz wichtig ist es, dass die Kinder bei einem Dermatologen in Behandlung sind und eine saubere Diagnose haben. Nur so wird eine optimale medizinische Behandlung garantiert. Daneben können die Betroffenen Faktoren ausweichen, welche die Schübe verstärken. Dazu gehören Wärme, Schweiss, gewisse Nahrungsmittel, aber auch psychische Faktoren wie Stress.

Welchen Einfluss hat die Erkrankung auf die Psyche?

Neurodermitis hat einen grossen Einfluss auf die Psyche der Eltern und Kinder. Bei Eltern können Schuldgefühle entstehen, oftmals zeigen sich negative Reaktionen im Umfeld und nicht selten besteht die unberechtigte Angst vor einer Ansteckung. Daneben führt der nächtliche Juckreiz zu einem Schlafmangel bei Eltern und Kindern. Ältere Kinder schämen sich oftmals für ihre Erkrankung und ziehen sich möglicherweise von sportlichen Aktivitäten zurück und meiden soziale Kontakte. Die Haut ist unser wichtigstes Kontaktorgan – ist dieses gestört, stört es auch die Psyche.

Wie kann das Wohlbefinden gesteigert werden?

Einerseits salben, salben, salben: Die Haut muss regelmässig eingefettet werden. Es gibt keine spezifische Neurodermitissalbe, sehr wohl aber geeignete und ungeeignete Produkte. Oft finden Betroffene selber heraus, was ihnen am besten hilft. Bei Säuglingen bewährt sich die Baby-Massage: Sie beruhigt, entfernt trockene Hautschuppen, fördert die Durchblutung der Haut und führt ihr Fett zu. Dann ist der Austausch mit anderen Betroffenen sehr wichtig. Dabei können Tipps und Erfahrungen ausgetauscht werden und die Betroffenen sehen, dass sie nicht allein sind.