Wann spricht man von Verstopfung?

Tatsächlich klagen die Patienten in den meisten Fällen nicht darüber, dass sie keinen Stuhlgang haben, sondern vielmehr, dass ihnen die Entleerung Schwierigkeiten bereitet. Die Betroffenen gehen zwar regelmässig zur Toilette, können ihren Darm jedoch nicht vollständig entleeren. Charakteristisch für eine Verstopfung ist auch harter Stuhlgang, der sich nur durch starkes und manchmal schmerzhaftes Pressen entleeren lässt. In vielen Fällen haben Menschen mit Obstipation einen fast vollständig blockierten Enddarm.

 

Wie entstehen Verstopfungen?

Sie können sich den Darm wie einen Gartenschlauch vorstellen. Oben fliesst die Nahrung durch die Speiseröhre, den Magen, Dünndarm und Dickdarm. Rund 95 Prozent der Zeit verbringt der Stuhl dabei im Dickdarm. Die Fortbewegung im Darm ist besonders wichtig. Diese wird durch das Zusammenziehen und wieder Loslassen der Darmmuskulatur erreicht. Dabei entsteht eine Welle, die den Kot vor sich her schiebt. Sind etwa die Muskelbewegungen zu langsam, so bleibt die Nahrung sehr viel länger im Darm, das Wasser wird dem Kot entzogen und dieser wird hart, es kann zu Verstopfungen kommen.

 

Welches sind die Ursachen, die zu Verstopfungen führen?
Eine häufige Ursache für Verstopfungen ist die Ernährung – zu wenig Ballaststoffe und ungenügende Flüssigkeitsaufnahme. Ebenso begünstigend wirkt Bewegungsmangel. Auch Menschen, die den Stuhldrang immer wieder unterdrücken, können sich eine Verstopfung schaffen. Ältere Menschen, die viele verschiedene Medikamente zu sich nehmen, leiden häufig auch unter Verstopfung.
 

 

Weshalb sind Frauen häufiger von Verstopfung betroffen?
Der Beckenboden spielt bei Frauen eine entscheidende Rolle und ist oft Mitverursacher einer Verstopfung. So leiden etwa junge Frauen häufig unter einer sogenannten «outlet obstruction» – also dem blockierten Enddarm. Hier liegt in vielen Fällen eine Fehlregulation des Beckenbodens vor.
 

 

Was hilft gegen Verstopfungen?

Achten Sie in erster Linie – auf eine ausgewogene Ernährung, bewegen Sie sich genug und gehen Sie auf die Toilette, wenn Sie das Signal dazu haben. Bei Frauen mit einem Beckenbodenproblem hat sich Biofeedback bewährt. Auch Abführmittel dürfen eingesetzt werden. Hier ist es mir wichtig zu betonen, dass sich auch der häufige Einsatz von Abführmitteln in keiner Weise negativ auf die Gesundheit auswirkt.
 

 

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Verstopfungen sind noch immer ein Tabu und die Hemmschwelle ist gross, einen Arzt aufzusuchen. Dabei ist der Hausarzt erste Anlaufstelle und kann in vielen Fällen helfen. Bei Auftreten von Warnsignalen für einen möglichen Dickdarmkrebs (Gewichtsverlust, Blut im Stuhl etc.) sollte allerdings unbedingt der Arzt aufgesucht werden, dies betrifft auch eine veränderten Stuhlgang, inkl. auftreten von akuten Verstopfungen.
 

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