Solange sie nicht schmerzen, tun sie wie selbstverständlich ihren Dienst und wir nehmen sie kaum wahr: Unsere Kniegelenke. Sie sind die grössten unserer Gelenke und ermöglichen uns mit ihrer Komplexität grösstmögliche Beweglichkeit.

Gehen, Laufen, Sitzen, Klettern, Hüpfen und Springen – all dies ist ohne funktionstüchtige Kniegelenke kaum möglich. Für eine perfekte Druck- und Kraftübertragung sorgen die beiden halbmondförmigen Meniskusscheiben (Knorpelgewebe), die zwischen den Oberschenkelrollen und dem Unterschenkelplateau des Knies sitzen.

Durch zu grosse Belastung oder unkontrollierte Verdrehung  können am Meniskusapparat oder an den Bändern, die für die Stabilität verantwortlich sind, Schäden entstehen.

«Meniskuss-oder Kreuzbandrisse entstehen häufig durch Sport- oder Freizeitunfälle», sagt Dr. Marc Marty, Facharzt für Orthopädische Chirurgie am Zentrum für Endoprothetik und Gelenkchirurgie der Klinik Hirslanden in Zürich.

Auch lokale Abnutzungserscheinungen oder Knorpelschäden können Beschwerden verursachen. Verletzungen am Kniegelenk sind oft sehr schmerzhaft und beeinträchtigen das Leben der Betroffenen in höchstem Masse.

Durch das Spiegelungsinstrument in das Gelenk hineinsehen

Mit einer Kniegelenkspiegelung (Kniearthroskopie) kann dem Patient heute schnell und risikoarm geholfen werden. Dr. Marty führt im Jahr rund 200 Arthroskopien des Kniegelenkes durch.

«Die Behandlung ist für alle Patienten geeignet, selbst für Kinder und ältere Menschen», so der Experte. Für ihn liegen die Vorteile dieser Operationsmethode auf der Hand: Die Arthroskopie erleichtert die Diagnose und ermöglicht zugleich eine direkte und schonende Behandlung. Im Gegensatz zu konventionellen Operationstechniken  wird bei der Arthroskopie keine grosse Gelenköffnung vorgenommen.

«Die Patienten haben daher nach dem Eingriff weniger Schmerzen und die Heilung schreitet schneller voran», erklärt Dr. Marty. Für die Arthroskopie wird in der Regel eine Regionalanästhesie (Beinnarkose) vorgenommen und eine Blutsperre in Form einer festen Manschette angelegt. Über zwei bis drei kleine Hautschnitte wird ein optisches Gerät eingeschoben, mit dem der Arzt Einblick in das Gelenk erhält und operieren kann.

Wie jede andere Operation ist die Arthroskopie nicht risikolos. Es kann zu Komplikationen wie Ergüsse, Infektionen oder Thrombose kommen. «Die Rate liegt allerdings unter 0,01 Prozent», so Dr. Marty.

ur Vorbeugung von Knieverletzungen empfiehlt der Arzt, die knienahe Muskulatur zu trainieren und Belastungen bei maximaler Beugung zu vermeiden. Velofahren, Schwimmen, Walken oder  Wandern sind knieschonende Sportarten, während Fussball, Tennis oder Squash Verletzungen und Überlastungsschäden  der Kniegelenke eher begünstigen.