«Die korrekte Diagnose ist entscheidend für den Operationserfolg, daher braucht es für den Bereich der Wirbelsäulenchirurgie viel Erfahrung», erklärt Dr. med. Markus Rühli, orthopädischer Chirurg FMH und Wirbelsäulenspezialist.

Rühli ist seit 20 Jahren Rückenchirurg und verfügt damit über eine grosse Erfahrung im Umgang mit den verschiedensten Wirbelsäulenerkrankungen. Die Beschwerden reichen von Rückenschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung in Beine und Arme, Schwierigkeiten beim Laufen, Stehen und Bücken bis hin zu Extremfällen wie Schwächeanfällen und Lähmung von Beinen oder Armen.

Welche Rückenschmerzen können operiert werden?

«Bevor der Patient zu mir kommt, hat er meistens bereits einige Stationen hinter sich», erklärt Rühli.

«Er war beim Hausarzt und vielleicht beim Physiotherapeuten oder Rheumatologen. Ich kläre ab, ob sich ein operativer Eingriff lohnt. Lediglich circa zehn Prozent der Patienten, die in meiner Praxis sind, werden schlussendlich operiert. Für die meisten gibt es andere Lösungen wie Infiltrationen, Medikamente oder die Änderung des Lebensstils.»

«Genug Bewegung, die Kräftigung der Muskeln und dass die Übungen von Fachpersonen angeleitet werden, ist von Vorteil»

Am häufigsten werden Beschwerden der Spinalkanalstenose operiert. Bei der Spinalkanalstenose sind ausstrahlende Rückenschmerzen, Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen und zunehmend verringerte Mobilität als Folge einer Verengung des Wirbelkanals die häufigsten Symptome.

Bandscheibenvorfälle, die so genannten Diskushernien, werden am zweithäufigsten operiert, gefolgt von abgenützten Bandscheiben und Wirbelbrüchen bei Osteoporosen. Beim Bandscheibenvorfall (Diskushernie) wölbt sich die Bandscheibe gegen den Wirbelkanal vor und drückt so gegen das Rückenmark oder die Nervenwurzeln.

Die Operationen sind besonders bei Bandscheibenvorfällen sehr erfolgreich. Auch bei einer Spinalkanalstenose ist eine Operation oft sehr hilfreich. Schwieriger wird es hingegen bei reinen Rückenschmerzen infolge altersbedingter Abnutzungserscheinungen wie der Arthrose oder der Osteoporose.

In vielen Fällen erstrecken sich die Abnutzungen bereits auf zu viele Wirbel, als dass man diese mit einer Operation wieder heilen könnte. Bei Leistungssportlern sind Infiltrationen sehr erfolgreich. Bei diesen Infiltrationen wird eine lokale röntgengesteuerte Spritze ganz gezielt verabreicht.

Gezieltes Vorbeugen hilft

Als vorbeugende Massnahme empfiehlt sich die Stärkung der Rückenmuskulatur. Ob dies durch Krafttraining in einem Studio, Vitaparcours in der freien Natur oder Pilates-Übungen geschieht, ist weniger entscheidend:

Wichtig ist, dass die Aktivität für den Patienten passend ist. Genug Bewegung, die Kräftigung der Muskeln und dass die Übungen von Fachpersonen angeleitet werden, ist von Vorteil. Bei bereits vorhandenen Rückenschmerzen ist eine Überbeanspruchung zu vermeiden und besondere Vorsicht geboten. Ein «No-Go» ist dabei ruckartiges Heben von schweren Gegenständen in ungünstigen Positionen.