Schlafapnoe ist eine lebensbedrohende Erkrankung, verursacht durch längere Atemstillstände während des Schlafs. Alexander Turk, Sie sind Pneumologe: Es gibt viele Möglichkeiten, weshalb man schlecht schläft. Wie kann man sicher sein, gerade an Schlafapnoe zu leiden?

Die Tagesmüdigkeit hängt damit zusammen, dass der Schlaf durch Atemaussetzer ständig unterbrochen wird.

Im zunehmenden Alter kommt Schlafapnoe häufiger vor und wird nicht immer als eine Ursache von Müdigkeit erkannt

Wer sich über längere Zeit nicht ausgeschlafen fühlt, nachts schnarcht, der Bettpartner Atempausen beobachtet und übergewichtig ist, könnte in diese Kategorie fallen.

Die vermehrte Tagesmüdigkeit kann zu Sekundenschlaf am Steuer führen.

Es gibt viele Beispiele, wie Schlafapnoe-Betroffene dadurch Unfälle verursachen. Spätestens wenn man feststellt, dass man tagsüber ungewollt einnickt, sollte man den Hausarzt aufsuchen.

Wie verbreitet ist die Krankheit in der Schweiz?

Studien sprechen von fünf Prozent der Bevölkerung. Eine kürzlich erschienene Studie aus Lausanne fand sogar bei fast 60-Jährigen eine Rate von 25 Prozent bei den Frauen und 50 Prozent bei den Männern.

Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor bei der Entstehung von Schlafapnoe. Die Krankheit des Schlafapnoe-Syndroms wurde erst in den  80er Jahren entdeckt und eine wirksame Therapie entwickelt.

Gemäss Statistik leiden mehr Männer als Frauen daran – woran könnte das liegen?

Männer neigen eher zu Übergewicht. Alkohol- und Tabakkonsum befördern die Atempausen. Ein Verhalten, welches bei den Männern häufiger vorkommt.  

Die Beschwerden fallen meist eher dem Partner im Schlafzimmer auf als dem Betroffenen.

Wobei Frauen dabei besorgter um den Partner sind als Männer. Tatsächlich ist das ein Problem, dass der Betroffene die Symptome nachts kaum bemerkt.

Und der Partner, der sich vom Schnarchen gestört fühlt, zieht sich dann allenfalls aus dem Schlafzimmer zurück. Im zunehmenden Alter kommt Schlafapnoe häufiger vor und wird nicht immer als eine Ursache von Müdigkeit erkannt.

Und wie funktioniert die Behandlung?

Sie besteht aus einer Langzeittherapie einer nächtlichen Überdruck-Beatmung. Über eine Schlafmaske, getragen über die Nase oder auch mal über Mund und Nase, wird ein Überdruck mit Luft in die oberen Atemwege geleitet, so dass diese nicht mehr kollabieren können und offen gehalten werden können.

Die Masken und die Geräte sind heute schon sehr viel leiser und angenehmer zu tragen, als dies vor 20 Jahren der Fall war.

Wirkt sich die Luftverschmutzung auf die Erkrankung aus?

Wir wissen, dass starke Luftverschmutzung zu akuten bronchitischen Beschwerden führen und Atemnot bewirken kann. Wer belasteter Luft ausgesetzt ist, verliert rascher Lungenvolumen als üblich.