Schnarchen ist ein Volksleiden: Jeder vierte Mann und jede vierte Frau über 40 schnarcht. Etwa 150 000 Menschen in der Schweiz leiden unter nächtlichen Atemaussetzern.

Die Folgen von nächtlichen Aussetzern, dem sogenannten Schlafapnoe Syndrom, können auf die Gesundheit schlagen. «Schnarchen ist keine Erkrankung, die einfach wieder verschwindet, sondern es können sich durch die Atempausen gefährliche Erkrankungen entwickeln», sagt Wieslawa Volk.

Herzinfarktrisiko steigt

So ist etwa das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden bei Patienten mit Schlafapnoe 4,5-fach erhöht. Auch hoher Blutdruck, ein Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen können die Folge von regelmässigen Atemaussetzern sein.

Heilen kann man Schnarchen zwar nicht und es gibt auch keine Medikamente dagegen. Doch man kann es positiv beeinflussen

«Umso wichtiger, die Symptome des Schlafapnoesyndroms ernst zu nehmen und frühzeitig abklären zu lassen», rät Volk. Das Problem ist allerdings, dass viele Patienten gar nicht merken, dass sie unter einer Schlafapnoe leiden.

«Warnzeichen können unerholsamer Schlaf, Herzklopfen oder Sodbrennen sein. Auch wenn jemand nach Luft ringend oder stark verschwitzt aufwacht, kann ein Apnoe Syndrom dahinter stecken.» Meist leiden die Betroffenen unter einer starken Tagesmüdigkeit und können sich schlechter konzentrieren. 

Was sind die Ursachen?

«Schnarchgeräusche entstehen durch Vibration von Weichteilgewebe im Gaumen- und Rachenbereich als Folge der Muskelerschlaffung während des Schlafes. Wenn die Nasenatmung zudem vermindert ist, etwa bei Erkältungen, kann das Schnarchen noch intensiver als sonst sein», so Volk .

Weitere Faktoren sind Alter, Gewicht, Rauchen, hormonelle Veränderungen bei Frauen, Medikamenteneinnahme und Alkoholkonsum.

Diagnose und Therapie

«Um eine Diagnose stellen zu können, müssen wir die Patienten genau zu Schlafgewohnheiten etc. befragen. Dazu wird auch ein Fragebogen ausgefüllt. Um den Hals-Nasen-Ohrenbereich zu beurteilen, arbeiten wir mit HNO Ärzten zusammen. Als letzte Diagnosemassnahme und zur gesicherten Beurteilung ist eine Schlaflabordiagnostik sinnvoll», so Volk. 

Unheilbar

Heilen kann man Schnarchen zwar nicht und es gibt auch keine Medikamente dagegen. Doch man kann es positiv beeinflussen.

«Dazu eignen sich  einerseits Zahnschienen, die den Unterkiefer vorverschieben und  Gaumenspangen, welche mehr Platz im Rachenraum schaffen. Zudem gibt es einige Faktoren, welche man mit einer Umstellung der Lebensweise positiv beeinflussen kann. Dazu gehört Gewichtsabnahme, Alkoholreduktion und Rauchstopp.   

Erholung im Schlaf

Der Schlaf ist unterteilt in drei Phasen Ein Schlafzyklus dauert 70 bis 90 Minuten.Ein Zyklus ist unterteilt in vier Phasen: Leicht-, Mittel-, Tief, und Traumschlaf. Der Tiefschlaf ist wichtig für die Erholung, der Traumschlaf für Lernprozesse und Konzentration, aber auch andere Schlafphasen scheinen unbedingt wichtig für die Erholung zu sein.