Wie haben Sie gemerkt, dass mit Ihrem Muttermal etwas nicht in Ordnung war?

Ich war mit der Thematik Hautkrebs bereits vertraut, da meine Mutter regelmässig zum Hautarzt zur Kontrolle gegangen ist. Ich habe meine wenigen Muttermale gründlich beobachtet und festgestellt, dass sich am Unterschenkel ein Muttermal verändert hat – es wurde grösser und dunkler. Da haben bei mir die Alarmglocken geläutet und ich bin zum Hautarzt gegangen. Der erste Arzt meinte, ich solle ein halbes Jahr warten und dann nochmals kommen. Meine Mutter hat mir jedoch geraten, eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt einzuholen. Zum Glück habe ich auf sie gehört. Denn tatsächlich riet mir dieser das Muttermal sofort entfernen zu lassen. Die richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte – es war ein schwarzes Melanom.

Wie weit war der Krebs zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten?

Glücklicherweise wurde der Hautkrebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt. Er war erst in die obersten Hautschichten eingedrungen. Der Krebs wurde mit einem Sicherheitsabstand operativ entfernt und es brauchte keine weiteren medizinischen Therapien. Ich musste dann halbjährlich zur Kontrolle. Inzwischen reicht es aber, wenn ich wieder jährlich meine Check-ups mache. Die Narbe, wo einst mein Melanom war, wird mich mein ganzes Leben daran erinnern, dass Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist.

Was hat die Diagnose in Ihnen ausgelöst?

Am schlimmsten war das Bangen, bis ich die endgültige Diagnose hatte. Die Diagnose selber war natürlich ein Schock. Gleichzeitig war ich aber unheimlich dankbar, dass das Melanom in einem so frühen Stadium entdeckt wurde und ich dank moderner Medizin geheilt werden konnte. Ich habe lange verdrängt, dass ich ohne moderne Medizin keine Chancen gehabt hätte. Denn der schwarze Hautkrebs ist einer der aggressivsten Krebsarten überhaupt.

Sie waren erst 22 Jahre alt, als Sie die Diagnose erhielten. Haben Sie jemals nach dem Warum gefragt?

Ich bin tatsächlich nicht der typische «Risikotyp» für Hautkrebs. Mein Hauttyp ist eher dunkel, ich habe nur wenige Muttermale und in meiner Familie gibt es keine Hautkrebsfälle. Ich glaube, dass das Solarium ein wesentlicher Grund dafür war, weshalb ich überhaupt schwarzen Hautkrebs bekommen habe. Als Miss Schweiz bin ich wirklich viel ins Solarium gegangen und habe mich der Sonne ausgesetzt. Es ist erwiesen, dass unter 35-Jährige, die regelmässig ein Solarium besuchen, ein bis zu 75 Prozent erhöhtes Hautkrebsrisiko haben. Im Nachhinein ärgere ich mich natürlich über meinen damaligen Leichtsinn. Eine Tatsache ist ja leider auch, dass Hautkrebs immer jüngere Menschen betrifft. Ich denke, hier besteht grosser Aufklärungesbedarf bei jungen Menschen. Unsere Generation ist damit aufgewachsen, dass gebräunte Haut schön, sexy und gesund ist.

Gilt gebräunte Haut denn noch immer als Schönheitssymbol?

Ich habe das Gefühl, dass es einen Gegentrend gibt. Viele Hollywoodschönheiten verzichten auf gebräunte Haut und gehen dadurch mit gutem Vorbild voran. Auch auf dem Laufsteg sieht man vermehrt sehr helle Mädchen. Denn Sonne und Solarium kann nicht nur zu Hautkrebs führen, sondern lässt die Haut viel schneller altern.  

Wie hat diese Erfahrung Ihr Leben verändert?

Ich habe gelernt, dass man Gesundheit schätzen muss und dass sie nicht selbstverständlich ist. Ich versuche, gewisse Risikofaktoren zu minimieren. So gehe ich regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung, schütze mich mit hohem Sonnenschutzfaktor vor der Sonne und vermeide Sonnenbäder. In ein Solarium würde ich nie wieder gehen. Zudem achte ich auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und treibe mindestens drei Mal die Woche Sport. Auch negativen Stress versuche ich weitgehend zu vermeiden und schaffe mir immer wieder Auszeiten.

Was raten Sie unseren Lesern, um Hautkrebs zu vermeiden?

Sonnenlicht ist ein wichtiger Faktor für unser Wohlbefinden und es tut ja auch gut, sich an die Sonne zu setzen. Allerdings sollte man immer einen hohen Sonnenschutz auftragen und Solarien meiden. Zudem rate ich, sich selber auf Hautveränderungen zu untersuchen und regelmässig Check-ups beim Hautarzt zu machen. Mir hat dies das Leben gerettet.