Wie läuft Ihre Saisonvorbereitung bisher?

Die Vorbereitung läuft soweit sehr gut. Ich hatte nach der aufregenden Olympiasaison eine erholsame Pause und bin bereits wieder topmotiviert für die bevorstehende Saison. Über die Wintermonate konnte ich sehr gut polisportiv trainieren.

Langlauf und Skitouren geben eine gute Abwechslung zum Training auf dem Bike und im Kraftraum. Den Februar verbrachte ich dann als Vorbereitung im Trainingslager Südafrika.

Sie sind Cross-Country-Mountainbiker: Was ist an dieser Disziplin für Sie das Besondere?

Mich fasziniert die Kombination aus Ausdauer und Fahrtechnik als Erlebnis in der Natur.

Ist diese Disziplin körperlich anstrengender als andere?

Im Cross-Country geht man über 90 bis 105 Minuten an seine körperlichen Grenzen. In den technischen Passagen gilt es sich koordinativ bestmöglich zu erholen. Ich mag alle Mountainbike-Disziplinen, aber im Cross-Country fasziniert mich die Kombination am meisten.

Wie bereiten Sie sich auf Rennen in den Bergen vor (Stichwort Sauerstoffzufuhr)? Nutzen Sie Höhentrainingslager?

Schon mehrmals habe ich von den positiven Effekten des Höhentrainingslagers profitiert. Beispielsweise habe ich mich letztes Jahr auf die Olympischen Spiele in London auf dem Muottas Muragl auf 2450 Metern über  Meer vorbereitet.

Drei Wochen habe ich auf dem Berg übernachtet und bin fürs Training ins Tal gefahren. Meine Erfahrungen sind durchwegs positiv – einzig die erhöhte Gefahr einer Erkältung darf man nicht unterschätzen.

Hatten Sie selbst schon einmal Probleme mit dem Atmen bei Rennen oder in der Vorbereitung?

Ja ich hatte schon vermehrt Probleme mit der Atmung. Seit einigen Jahren habe ich Leistungsasthma und muss dieses während intensiven Phasen behandeln. Das erste Mal hatte ich richtig Probleme bei einem Testevent für Olympischen Spiele in Peking – die stark verschmutzte Luft dort machte mir grosse Mühe.

Sind Sie Allergiker?

Nein, Allergien habe ich keine.

Wie machen sich die Schwierigkeiten mit der Atmung bemerkbar und wie gehen Sie damit um?

In sehr intensiven Phasen verschleimt sich meine Lunge zunehmend und ich bin anfälliger für Infekte. In Rennen bin ich dann plötzlich stark beeinträchtigt durch die Atmung.

Was tun Sie persönlich, um Ihre Lunge zu trainieren und die Atmung und Kondition dadurch zu unterstützen (eventuell präventiv, oder aber vor und nach den Wettkämpfen und Trainings)?

Die Lunge wird automatisch bei jedem Training mittrainiert. Was mir ausserdem sehr hilft, sind Dampfbäder mit ätherischen Ölen. Mit einem Spirotiger-Gerät habe ich auch schon meine Atmung trainiert (Anm. d. Red.: Das Spirotiger-Gerät ist eine Trainingsmaschine, bei der man das optimale Ein- und Ausatmen übt).
 
Gibt es Unterstützung von den Ärzten oder den Betreuern (spezielle Übungen, Coaching)?

Ja, ich mache mehrmals pro Jahr Check-ups, um die Situation zu überwachen.

Was würden Sie anderen Bikern raten, falls sie mal Probleme mit der Atmung haben, sei es durch Allergien oder durch zu hohe Anstrengung in der Höhenluft?

Ich würde jedem, der Probleme mit der Atmung beim Sport hat, raten, dies frühzeitig abzuklären. Die Atmung ist im Ausdauersport zentral und muss zu hundert Prozent funktionieren, damit man  das eigene Potenzial voll abrufen kann.

Was sind die Saison­höhepunkte und welche Ziele verfolgen Sie persönlich diese Saison?

Ein grosses Ziel dieses Jahr sind die Europameisterschaften im eigenen Land in Bern. Zudem möchte ich den Gesamtweltcup-Sieg und Weltmeistertitel vom letzten Jahr verteidigen.