Anja, du leidest unter Psoriasis, im Volksmund eher bekannt als «Schuppenflechte».

Ja, leider begleitet mich die Schuppenflechte seit mehr als 30 Jahren und sie tritt schubweise auf. Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung, bei der an bestimmten Stellen die Abschuppung der Haut beschleunigt ist.

Das tritt bei vielen stellenweise auf. Oft sind zum Beispiel Ellenbogen, Knie, die Stelle hinter den Ohren oder wie bei mir die Kopfhaut betroffen. Das äussert sich darin, dass sich an diesen Stellen Schuppenkrusten bilden, die mit einem starken Juckreiz einhergehen.

 

Du beschreibst dich selbst als «bunt und vielfältig wie das Leben», interessierst dich für viele Themengebiete und wirkst sehr optimistisch. Doch du hast auch einen langen Leidensweg hinter dir … 

Wie gesagt habe ich es seit 30 Jahren, aber natürlich wurde es damals nicht gleich diagnostiziert. Erst nach einem Umzug in ein anderes Bundesland und nachdem ich bereits seit über 14 Jahren eine befallene Kopfhaut hatte, hat ein Dermatologe die Schuppenflechte diagnostiziert. Damals war ich 29 Jahre alt. Bald kam auch noch die Psoriasis-Arthritis hinzu. Diese Schmerzen sind schon sehr heftig.

In schweren Zeiten waren meine Knie, die Finger und auch die Arme betroffen. Früher hatte ich Schamgefühle, da ja die Kopfschuppen immer so schön auf schwarzer Kleidung zu sehen sind. Ständig habe ich meine Schultern abgeklopft und mich vergewissert, dass man nichts sieht. 

Ich habe viele Cremes und Shampoos ausprobiert, aber ganz ging die Schuppenflechte noch nie. Das Schlimmste sind für mich gar nicht so sehr die Schuppen, sondern der Juckreiz. Ständig bin ich versucht zu kratzen und habe mich auch schon oft wundgekratzt.

 

Auf deinem Blog Castlemaker bietest du ein breites Themenspektrum von Mode und Lifestyle über Food, Reisen und Kosmetik. Spielt deine Krankheit hierbei auch eine Rolle? 

Ja, gerade bei den Haarpflegeprodukten achte ich sehr darauf. Ich kaufe nur Produkte für sensible Kopfhaut. Bei der Körperpflege muss ich Produkte für extratrockene Haut nehmen. Ab und zu kaufe ich auch spezielle Psoriatiker-Produkte und es ist schon schwierig, das zu finden, was zu einem passt.

Leider gibt es kein allgegenwärtiges Mittel, das bei jedem Psoriatiker auf gleiche Weise hilft. Dem einen hilft dieses, dem anderen hilft es gar nicht. Daher muss man vieles ausprobieren, und das kann schon sehr kostenintensiv werden. Auf meinem Blog binde ich auch das Thema Psoriasis und passende Pflegeprodukte ein. Es ist wichtig, die Haut immer gut einzucremen.

Dafür nehme ich spezielle Psoriasis-Salben, aber auch natürliche Produkte wie zum Beispiel Sheabutter oder Kokosöl – zudem nehme ich Kurkuma- und Schwarzkümmelöl ein, welche die Entzündungen im Körper bekämpfen. Wenn es besonders schlimm ist, greife ich auch auf cortisonhaltige Produkte zurück.

 

Haben sich schon Leidensgenossen bei dir gemeldet, nachdem sie auf deinen Blog gestossen waren? 

Ich habe sehr viel positive Resonanz bekommen und es haben sich auch einige bei mir gemeldet. Ich bin zudem in zwei Psoriasis-Gruppen bei Facebook, und auch dort findet reger Austausch statt.

Seither weiss ich auch, dass es Menschen gibt, die weitaus schwerer betroffen sind und die auch psychisch sehr darunter leiden. Man muss bei dieser Krankheit, die unheilbar ist, schon sehr stark sein. Ich freue mich, wenn ich mit meinen Beiträgen anderen Menschen helfen kann und zeigen kann, dass sie nicht alleine sind. 

 

Meinst du, die Krankheit macht auch einen Teil deiner Individualität aus?

Ja, ich denke schon, dass die Psoriasis ein Teil meiner Individualität ist. Wenn man von Psoriasis betroffen ist, benötigt man ein starkes Selbstbewusstsein, um damit klarzukommen. Ein positiver Nebeneffekt der Schuppenflechte ist, dass ich so gut wie nie krank werde, da meine körpereigenen Abwehrkräfte immer auf Hochtouren laufen.