Seit wann wissen Sie von Ihrer Glutenunverträglichkeit?

Bei mir wurde Zöliakie Anfang 2013 nach einem längeren Leidensweg diagnostiziert. Ich konnte weder essen, noch halfen die vom Arzt verschriebenen Antibiotika. Somit erhielt ich die Adresse eines Gastroenterologen und schon der Bluttest ergab das eindeutige Resultat, eine Zöliakie liege vor. Einige Tage später wurde dies zudem noch durch eine Darmbiopsie bestätigt.

In welcher Situation beeinflusst Sie die Krankheit am meisten?

Auch wenn die Gastronomie inzwischen schon sehr weit ist, was glutenfreie Ernährung anbelangt, so sind Apéros oder Geschäftsessen oft noch eine grosse Herausforderung für mich. Denn jedes Mal muss ich mich als Zöliakie-Betroffene «outen».

Hin und wieder werde ich mit der Reaktion konfrontiert, ich solle mich doch gefälligst nicht so anstellen. Das ist sehr schade und deshalb versuche ich immer, darauf hinzuweisen, dass Zöliakie-Betroffene keine Wahl haben, sondern sich glutenfrei ernähren müssen.

Wie gross ist die psychische Belastung?

Zu Anfang ist die psychische Belastung schon recht hoch. Sich glutenfrei zu ernähren und auf Dinge wie Brot, Pasta, Pizza, Bier etc. zu verzichten beziehungsweise glutenfreie Alternativen zu suchen, ist zeitintensiv und belastend. Bis man sich gänzlich auf die neuen Gegebenheiten eingestellt hat, bedarf es viel Geduld.

Wie möchten Sie, dass die Mitmenschen mit Ihnen, in Bezug auf Ihre Krankheit, umgehen?

Bis vor einigen Jahren ging man davon aus, dass im Durchschnitt etwa 1 von 1000 bis 2000 Menschen von Zöliakie betroffen ist. Dabei liegt die tatsächliche Häufigkeit bei etwa 1:100, was bedeutet, dass schweizweit rund 80000 Menschen unter Zöliakie leiden.

Ich würde mir daher mehr Offenheit und weniger Feindseligkeit gegenüber diesem Krankheitsbild wünschen.