Das Herz pumpt Blut durch die Gefässe. Es versorgt die Organe und das Hirn mit Sauerstoff. Deshalb sollten wir sorgsam mit unserem Herz und dem Kreislauf umgehen. Im Vordergrund steht die sogenannte primäre Prävention. Diese betrifft den gesunden Menschen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bekommt, ist für viele Menschen gering. Betrachtet man die gesamte Bevölkerung, entwickeln doch etliche Personen einen Herzinfarkt. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, wird deren Fortschreiten mit der sekundären Prävention minimiert.

Hier ist die Möglichkeit um einiges höher, ernsthaft Schaden zu nehmen. Folglich wird in diesem Bereich auch medizinisch mehr behandelt.

Lebensstil ist schuld

Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht betreffen Herzkrankheiten mehr Frauen als Männer. Frauen vor der Menopause erleiden zwar seltener als ihre männlichen Altersgenossen einen Herzinfarkt.

Danach aber holen Frauen auf und erreichen das gleiche Risiko wie die Männer. Weil die Ursache, die zum Herzversagen führt, schon oft im Lebensstil der jungen Frau zu finden ist, geht diese Thematik Frauen aller Alter an. Wer raucht und zu wenig Sport treibt, ist stark gefährdet.

Worte und Taten

Jetzt haben die World Heart Federation und der europäische Fussballverband (Uefa) die Kampagne „Make a healthy heart your goal“ lanciert, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Denn: Mit regelmässigem Sporttreiben kann das Risiko stark gesenkt werden.

An der Frauenfussball-EM im vergangenen Juli machte die World Heart Federation und die Uefa mithilfe von Spielerinnen der teilnehmenden Länder auf die Herz-Problematik aufmerksam. Frauen sollen so dazu überzeugt werden, mehr Sport zu treiben.

Nun folgen den mahnenden Worten auch gleich selbst Taten : Wie Lara Dickenmann, Spielmacherin der der Schweizer Nationalmannschaft, erzählt, mussten sie und ihre Mitspielerinnen für die Uefa einen Fragebogen zum Thema Herz ausfüllen und ein Elektrokardiogramm machen, um für die kommende WM-Qualifikation spielberechtigt zu sein. Damit das Herz auch künftig für den Fussball schlägt.

Primäre Prävention liegt beim Einzelnen

Wir tragen Sorge, indem wir einen gesundheitsfördernden Lebensstil pflegen. Das beinhaltet: Fünfmal pro Woche leichte sportliche Betätigung wie zügig laufen, schwimmen, Gartenarbeit oder Gymnastik.

Zu den strengeren Sportarten zählen Badminton, Tennis, Joggen und Langlaufen. Trainiert wird dreimal wöchentlich für 30 Minuten. Dank Sport reduzieren sich die Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 10 bis 20 Prozent. Ebenso positiv wirkt sich eine mediterrane Ernährung aus. Dazu gehören Gemüse, Salat, Obst, Fisch, wenig Fleisch und Oliven- oder Rapsöl in Massen.

Ein ausgewogenes Nachtessen begleitet von einem Glas Rotwein ist dem Herz-Kreislauf zuträglich. Davon ausgeschlossen ist Hochprozentiges. Schnaps & Co. schädigen den Körper wie auch aktives und passives Rauchen.

Prof. Dr. Milo Puhan führt aus: «Zu viel Gewicht ist schlecht, da es auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel hindeutet.» Vermieden werden sollten zudem konstanter negativer Druck und akute Stresssituationen. Beides hat Folgen. Diese führen unter anderem zu unregelmässigem Schlaf. Während wir schlummern, regeneriert sich der Organismus. Somit ist eine erholsame Nachtruhe zentral für die Gesundheit.

Public Health versus individuelle Vorsorge

Mit den genetischen Risiken müssen wir leben. Andere nachteilige Faktoren können wir durch unser Verhalten günstig beeinflussen und dadurch die Gefahr einer Erkrankung verringern. In der Schweiz ist die Prävention stark dem Individuum überlassen.

Es herrscht eine Skepsis gegenüber der staatlichen Intervention. Die Behörden beschränken sich meist auf die Aufklärung mittels Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit.

Unüblich ist ausserdem, dass etwa die Verpackungsgrösse für Süssgetränke vorgeschrieben wird, wie im Ausland. Zukünftig könnte der Staat zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen. So würden die Bürger das nötige Wissen erhalten, damit sie ihre eigene Gesundheitsvorsorge vollumfänglich betreiben könnten.