Die Diagnose Zöliakie hat Michel Kratochvil vor elf Jahren erhalten. Er war damals noch aktiv als Spitzensportler unterwegs. Wie hat sich die Erkrankung bei ihm manifestiert? «Ich litt unter extremen Leistungsschwankungen und hatte zum Teil Ohnmachtsanfälle», blickt Kratochvil zurück.

«Endlich hatte ich eine verbindliche Diagnose, mit der ich etwas anfangen konnte.»

Lange habe man nicht herausgefunden, was ihm fehle, sagt er. «Ich habe damals noch als aktiver Spitzensportler sowohl in den USA wie auch in der Schweiz wegen meiner Probleme mehrere Ärzte aufgesucht.» Teilweise habe man sich den Leistungsabfall mental zu erklären versucht.

«Wir finden nichts und erklären uns deine Magenprobleme, die nichts mit den anderen Symptomen zu tun haben, eher als Nebeneffekt bei grosser nervlicher Belastung im Spitzensport», bekam Michel Kratochvil zu hören. Eine Aussage, die er weder akzeptieren wollte, noch konnte.

Dann die Diagnose

Im Gespräch mit einem befreundeten Kinderarzt kam erstmals der Verdacht auf Zöliakie auf. Eine Blutuntersuchung sowie eine Darm- und Magenspiegelung habe diesen Verdacht bestätigt, sagt Kratochvil. «Endlich hatte ich eine verbindliche Diagnose, mit der ich etwas anfangen konnte.» Durch die konsequente Umstellung der Ernährungsweise habe sich bei ihm als Spitzensportler rasch wieder eine Leistungssteigerung eingestellt, blickt Kratochvil zurück. Auch habe er sich wieder frischer, aktiver und kommunikationsfreudiger gefühlt.

Unter Zöliakie versteht man eine Unverträglichkeit des Dünndarms gegenüber Gluten. Gluten ist ein Sammelbegriff für Proteine (Klebereiweisse), die in den Getreidesorten Weizen, Dinkel und Urdinkel, Grünkern, Gerste, Roggen und Hafer enthalten sind. Bereits durch kleine Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel wird bei Zöliakie-Betroffenen die Dünndarmschleimhaut durch eine Autoimmunreaktion geschädigt.

Diese Schädigung führt zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen und damit zu einer Unterversorgung des Körpers und entsprechenden Folgeschäden. Bis jetzt sind keine therapeutischen Möglichkeiten bekannt, um die Disposition zur Zöliakie zu heilen. Betroffene können aber beschwerdefrei und gesund leben, solange sie eine glutenfreie Ernährung konsequent einhalten. Michel Kratochvil hält sich daran. Er ist verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn.