Wie ist Ihre Saison bis jetzt verlaufen und welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die Rennsaison hat erst begonnen und bis jetzt habe ich erst an zwei Wettkämpfen teilgenommen. Ich habe noch keine optimalen Resultate erzielt, bin aber zuversichtlich. Mein Ziel ist es, mich in den Top 30 zu platzieren und mich vielleicht sogar für die Finalrennen zu qualifizieren.

Welche wichtigen Termine stehen noch an?
In den kommenden Wochen halte ich mich für Wettkämpfe in den USA und Kanada auf. Anschliessend werde ich den Schnee von Sotschi erkunden (A.D.R.: In Sotschi, Russland finden die Olympischen Winterspiele 2014 statt). Das Programm bleibt auch danach ziemlich voll.

Sie sind Buckelpistenspezialist. Wodurch zeichnet sich eine Buckelpiste im Vergleich zu «normalen» Rennpisten aus?
Eine Abfahrt zwischen den Buckeln dauert etwa 20 Sekunden und ist sowohl physisch als auch psychisch sehr anspruchsvoll. Dabei bewerten sechs Richter die Fahrtechnik, die Sprungart und die Qualität der Sprünge. Eine weitere ähnliche Disziplin ist die Parallel-Buckelpiste. Sie beruht auf dem K.O.-System, bei dem zwei Fahrer zeitgleich ins Rennen starten.

Hatten Sie selbst schon mit dem Sport verbundene Probleme oder Verletzungen, die Ihren Rücken oder generell den Bewegungsapparat betrafen?
Nie! Falls mal Rückenbeschwerden auftreten, sind diese meist auf meine schlechte Körperhaltung im Sitzen zurückzuführen. Während unseren Wettkämpfen werden wir Athleten von einem Physiotherapeuten betreut, der unsere Muskelverspannungen löst. Zudem treffe ich mich auch regelmässig mit einem Chiropraktiker.

Für die Zuschauer kann das Buckelpistenskifahren gefährlich wirken. Ist dies so?
Überhaupt nicht! Ich bestreite diese Disziplin seit vielen Jahren und habe mich dabei noch nie verletzt. Manchmal können kleinere Schmerzen auftreten. Diese vergehen jedoch oft bereits mit einem einfachen warmen Bad.

Wie wichtig ist eine gute körperliche Vorbereitung im Vorfeld und während der Wettkampfsaison im Hinblick auf die Gelenke und den Rücken?
Eine gute Vorbereitung ist zentral! Ein Sporttrainer begleitet mich dafür das ganze Jahr über und berät mich professionell, damit ich die richtige Balance sowohl bei der Entwicklung der Muskelmasse als auch beim Stretching und beim Cool Down halten kann.

Was tun Sie persönlich, um Ihre Muskeln aufzubauen und um Ihren Bewegungsapparat zu unterstützen?
Ich trainiere sehr viel, ohne jedoch zu übertreiben. Vor den Rennen versuche ich vor allem, mich zu entspannen und den Kopf vom Stress freizukriegen. Wenn ich ruhig bin, atme ich auch besser.

Welche Unterstützung erfahren Sie durch Ärzte oder Betreuer während der Vorbereitung?
Unser Kader ist ein sehr differenziertes Team, das sich aus Athletik- und Akrobatiktrainern, einem Ski-Trainer und Physiotherapeuten zusammensetzt. Jeder von ihnen geht auf unsere persönlichen Bedürfnisse ein. Ich zum Beispiel baue sehr schnell Muskelmasse auf, muss aber darauf achten, die Muskeln gut zu dehnen, um Versteifungen vorzubeugen.

Kann man in der Schweiz eigentlich vom Freestyle-Sport leben?
Der Freestyle hat noch kein grosses Publikum, was sehr schade ist, da die Sportart unglaubliche Emotionen bietet. Ich persönlich werde durch Swiss-Ski, die Gerber-Stiftung, die Freunde der Federazione Sci Svizzera Italiana und Aiuto Sport Ticino finanziell unterstützt. Nicht zuletzt dank meinen Unterstützern darf ich dieses fantastische Abenteuer leben, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

Das Thema dieser Ausgabe lautet «Gesunder Rücken». Was raten Sie anderen Freestylern, um ihren Bewegungsapparat zu  schonen beziehungsweise zu unterstützen?
Ich persönlich entspanne mich mit der Network-Technik, die ich mit meinem Chiropraktiker anwende. Die Methode ist ein Zusammenspiel von Berührungen und Atmung.