Ein Halbmarathon, das sind circa 21,1 Kilometer. Sie bewältigen diese Strecke täglich. Bis heute absolvierten Sie diese Strecke bereits 657 Mal, das sind fast 13 900 Kilometer!

Ja! Alles begann 2014. Davor war ich nicht wirklich sportlich und wog 108 Kilogramm. Heute sind es knapp 72 Kilogramm. Doch war nicht das Übergewicht der eigentliche Auslöser. Es ging vielmehr um eine Herzensangelegenheit: Ich wollte mit dem Laufen Geld für die Kinderhospizbewegung sammeln. Mein Ziel: Unternehmen sollen für jeden Kilometer 50 Cent für die gute Sache spenden. Da schien mir ein Marathon beziehungsweise ein Halbmarathon der effektivste Weg.

Wie motiviert man sich täglich immer wieder aufs Neue?

Gerade wenn man das Gefühl hat, der Körper will nicht mehr, muss man sich aufraffen und kämpfen. Da ich täglich laufe, haben die Muskeln kaum Möglichkeit zur Regeneration. Der Muskelkater wird dann zur Regel. Dennoch: Jeden Tag um 13 Uhr laufe ich meine 21,1 Kilometer. Wer möchte, kann jeden Lauf auf Facebook über einen GPS-Tracker live verfolgen.

Sind Sie auch sonst ein Erfolgsmensch?

Ich war jahrelang als Marketingmanager im Eventbereich sehr erfolgreich. Doch haben einige Ereignisse mein Denken verändert. Da war zum Beispiel die Begegnung mit einem achtjährigen Mädchen, das an Mukoviszidose erkrankt war und dieser Krankheit erlag. Seitdem unterstütze ich Kinderhospizbewegung. Mir ist heute bewusst, welchen Stellenwert Gesundheit hat. Regelmässiger Sport ist sehr wichtig. Es muss ja nicht gleich der tägliche Halbmarathon sein.

Trainieren Sie auch ausserhalb der Marathonstrecke?

(Lacht.) Ich denke 21,1 Kilometer pro Tag sind Training genug. Darüber hinaus mache ich natürlich meine regelmässigen Dehnungsübungen für die Sehnen.

Würden Sie jedem ein derartiges Pensum empfehlen?

Auf jeden Fall. Sport und Bewegung sind die beste Gesundheitsvorsorge. Viele Erkrankungen sind so vermeidbar, wenn man sich körperlich betätigt. Selbst ein Marathon ist für jeden zu schaffen.

Was raten Sie Menschen, die mehr Kondition erreichen möchten?

Wer den Marathon wirklich anstrebt, sollte es langsam angehen. Vorab sollte man einen Arzt konsultieren, der die Vitalfunktionen überprüft. Danach sind kontinuierliche Trainingseinheiten zu empfehlen. Schritt für Schritt kann man dann seine Strecke und das Tempo erhöhen. Disziplin ist ganz wichtig. Nur gute Vorsätze führen nicht zum Ziel.