Jeanine Keller

Meine Beschwerden begannen...

...bereits mit der ersten Menstruation im Alter von etwa 14 Jahren. Von meinem Umfeld und teilweise auch von den Ärzten wurde mir immer wieder gesagt, dass Schmerzen während der Periode ganz normal seien. Ich habe meine Beschwerden also gar nicht mehr ernst genommen und Monat für Monat still gelitten. Mit den Jahren wurden die Schmerzen immer schlimmer und waren kaum mehr zu ertragen. Zudem hatte ich nun jeden Monat einen massiv aufgetriebenen Bauch.

Bei einer notfallmässigen Kontrolle stellte der Frauenarzt fest, dass mein linker Eierstock massiv vergrössert war und ich lauter Verwachsungen im Bauchraum hatte. Zudem waren die Krebsmarker erhöht. Deshalb fiel die Verdachtsdiagnose: Eierstockkrebs.

So schrecklich der Gedanke war, dass ich eine schwere Krankheit haben könnte, so gross war die Erleichterung, dass ich endlich ernst genommen wurde und die Bestätigung hatte, dass ich nicht verrückt bin. Dank der Diagnose habe ich auf einen Schlag mein Körpervertrauen zurückbekommen.

Zum Glück war es kein Krebs,...

...dennoch wurde der linke Eierstock komplett entfernt. Nach der Operation musste ich sofort mit einer Wechseljahrtherapie beginnen, um die weitere Ausbreitung der Endometriose zu stoppen. Mit 28 Jahren steckte ich voll in den Wechseljahren, gleichzeitig hatte ich einen starken Kinderwunsch. Nachdem die Wechseljahrbehandlung abgeschlossen war, liessen wir uns direkt in einem Kinderwunschzentrum behandeln. Eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg war praktisch ausgeschlossen. Glücklicherweise wurde ich mit der ersten künstlichen Befruchtung sofort schwanger. Unsere grosse Tochter ist heute acht Jahre alt.

Trotz erneuter Hormontherapie wuchs die Endometriose weiter und befiel langsam meinen Darm und die Blase. Die Option: den verbleibenden Eierstock entfernen. Gleichzeitig wünschten wir uns aber ein zweites Kind.

Wir versuchten es erneut mit künstlicher Befruchtung. Diesmal ohne Erfolg. In dieser Zeit merkte ich, dass ich mich all die Jahre so sehr unter Druck gesetzt hatte und mich, meinen Körper und meine Gefühle völlig vernachlässigt hatte. Es war an der Zeit, mein Leben zu ändern. Ich nahm mich endlich ernst, stellte meine Ernährung um und las ein Buch, das mich zum Aufwachen brachte: «Frauenkörper, Frauenweisheit». Wie durch ein Wunder wurde ich auf natürlichem Weg schwanger. Unsere jüngere Tochter ist vier Jahre alt. Seit meiner zweiten Schwangerschaft und meiner Lebensumstellung bin ich vollkommen schmerzfrei.


Anita Haug
 

Die Endometriose war bei mir ein reiner Zufallsbefund

Ich hatte zwar schon immer Schmerzen vor der Menstruation, dachte aber, das sei normal. Meinen älteren Schwestern ging es schliesslich gleich. Mit 37 Jahren wurde im Rahmen der Jahreskontrolle mein erster Ultraschall gemacht. Dabei wurden auf beiden Eierstöcken Zysten entdeckt und die Verdachtsdiagnose «Endometriose» gestellt. Mir wurde sofort eine Operation empfohlen.

Ich hatte damals jedoch kaum Beschwerden und entschloss mich, mit einer Operation zu warten und stattdessen Homöopathie in Anspruch zu nehmen. Vier Jahren nach der Verdachtsdiagnose wurde, vor allem auch wegen meines Kinderwunsches, doch eine Operation notwendig.

Hier wurde dann die definitive Diagnose gestellt: höchstgradige Endometriose. Direkt im Anschluss an die Operation ging es mit der Wechseljahrtherapie los. Es war die schwierigste Zeit in meinem Leben. Nachdem die Therapie abgeschlossen war, kam die nächste Hiobsbotschaft.

Ich hatte einen Abszess im Unterleib, musste notoperiert werden und bekam die Diagnose, dass ich nicht auf natürlichem Weg schwanger werden kann. Zu diesem Zeitpunkt stellte ich mir die Frage: Was ist wichtiger, der Kinderwunsch oder meine Gesundheit? Ich entschied mich für meine Gesundheit und gegen künstliche Befruchtung. Meine Entscheidung fiel mir überraschend leicht.

Im vergangenen Jahr dann der nächste Schlag

Ich bekam die Diagnose Eierstockkrebs. Erneut wurde ich operiert, diesmal wurden Eierstöcke sowie Gebärmutter komplett entfernt. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Endometriose und der Eierstockkrebs einen Zusammenhang haben. Nachdem alle Schnittbefunde krebsfrei waren, entschied ich mich gegen eine Chemotherapie und nehme stattdessen Misteltherapie in Anspruch und gehe alle drei Monate zur Kontrolle.

Ich habe durch meine Krankheiten viel gelernt und schaue heute sehr gut zu mir. Ich habe meine Leidenschaft, das Handarbeiten und Basteln, zu meinem Beruf gemacht und setze mich für andere Endometriose-Betroffene ein. Tatsache ist, Endometriose ist noch immer eine Krankheit, die viel zu wenig ernst genommen wird.