Frau Raschle, wie geht es Ihnen?

Mir geht es  heute sehr gut. Acne inversa gehört zwar zu meinem Leben, aber die Krankheit ist nicht mein Lebensmittelpunkt.

Ich lasse mich nicht mehr von ihr beherrschen oder in ein Tief reissen.

2008 wurde bei Ihnen Acne inversa diagnostiziert. Was bedeutet die Krankheit für Sie?

«Mein Motto: Ich lasse mich nicht von dieser Krankheit beherrschen, sondern beherrsche die Krankheit.»

Für mich bedeutet Acne inversa immer wiederkehrende Schmerzen und Operationen. Die psychische Belastung ist immens.

Als die Diagnose gestellt wurde und ich meine zwölfte Operation hinter mir hatte, fiel ich in ein schweres Tief. Ich habe mich vor meiner Familie und meinen Freunden geschämt und mich immer mehr zurückgezogen.

Ihre Lebensqualität wurde durch die Erkrankung stark eingeschränkt.

Absolut. Anfänglich sass ich nur noch in meinem Büro und habe über die Krankheit recherchiert. Acne inversa ist oftmals mit viel Scham verbunden, da die Abszesse stark riechen können.

Irgendwann kam der Punkt, an dem ich entscheiden musste: Entweder ich schaffe es alleine aus meinem Tief oder ich gehe zu einem Psychologen. Ich habe mich für Ersteres entschieden und mein Leben zurückerobert.

Welche Tipps haben Sie für andere Betroffene?

Es ist ganz wichtig, dass man einen Arzt findet, zu dem man Vertrauen hat und der sich mit Acne inversa auskennt. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist ebenfalls sehr hilfreich und man kann sich gegenseitige Hilfestellung geben. Auf keinen Fall darf man sich durch die Erkrankung unterkriegen lassen und das soziale Umfeld vernachlässigen. Ein offener Umgang mit Acne inversa hilft auch dem Umfeld, Vorurteile abzubauen. 

Mein Motto: Ich lasse mich nicht von dieser Krankheit beherrschen, sondern beherrsche die Krankheit.