Valeria, du leidest unter Vitiligo. Wann wurde dir das zum ersten Mal bewusst?

Ungefähr seit ich denken kann. So richtig bewusst, dass meine Haut etwas anders ist, wurde mir erst in der Schule, als ich immer mal wieder deswegen gehänselt wurde. Betroffen bin ich von Vitiligo an den Gelenken wie Knien, Ellenbogen, Füssen, Händen, aber auch im Gesicht und am Bauch.

 

Etwa 0,5 bis 2 Prozent der Menschen weltweit sind von Vitiligo betroffen. Hast du da nicht manchmal das Gefühl, etwas «Besonderes» zu sein?

Ja und nein. Ich bin der Meinung, dass jeder so schön ist, wie er ist, und wir sollten aufhören, den gängigen Schönheitsidealen, wie zum Beispiel eine gleichmässig gebräunte Haut, nachzueifern.

Vitiligo macht mich einerseits zu etwas Besonderem, weil nicht viele diese Hautkrankheit haben, andererseits bin ich aber auch ganz normal. Jeder ist anders, hat andere Merkmale und sieht anders aus. Und das ist auch gut so. Bei mir ist das «Andere» halt meine weissen Flecken.

 

Hast du schon mal etwas unternommen, um gegen diese Krankheit vorzugehen?

Während ich studierte, habe ich ein paar Monate lang UVB-Bestrahlung bekommen, was extrem zeitaufwendig war, da ich drei Mal in der Woche in die dermatologische Klinik musste. Nach wenigen Wochen haben sich kurzfristig kleine Erfolge in Form von braunen Punkten auf gewissen Flecken gezeigt. Nach etwa einem halben Jahr habe ich die Behandlung abgebrochen, da sie längerfristig keinen Erfolg brachte. Nun stehe ich zu meinen weissen Flecken und finde meine Haut so schön, wie sie ist. 

 

Gab es Zeiten, in denen du unter deiner Krankheit gelitten hast?

Nein, nicht wirklich, da mir als Kind nie das Gefühl vermittelt wurde, dass Vitiligo etwas Aussergewöhnliches ist. Das Einzige, was nicht immer schön war, waren Hänseleien in der Schulzeit. Aber ich glaube, ich konnte immer relativ gut darüberstehen, auch wenn es sicher nicht immer schön war.

 

Du hast irgendwann das Reisen für dich entdeckt und lässt deine Follower auf deinem Blog littlecity.ch sowie auf deinen Social-Media-Kanälen teilhaben. Wie kam es dazu?

Ich liebe es, zusammen mit meinem Mann Adi die Welt zu entdecken und neue Orte zu bereisen. Mit Little City haben wir unsere grösste Leidenschaft zum Beruf gemacht und dürfen unseren Traum leben. Wir mögen es, möglichst vielfältig zu reisen und diese Erfahrungen zu teilen. Die Welt hat so viel zu bieten!

 

Thematisierst du deine Krankheit auch öffentlich?

Auf jeden Fall! Lustigerweise werde ich in der Schweiz praktisch nie auf meine weissen Flecken angesprochen. Im Ausland passiert das häufiger. Trotzdem ist es mir wichtig, darüber zu sprechen, wenn die Situation passt.

Auf Social Media und auf dem Blog habe ich auch schon über Vitiligo geschrieben und viel persönliches Feedback erhalten. Die Message, welche ich mit meinen Beiträgen zum Thema Vitiligo teilen möchte, ist stets die, dass jeder schön so ist, wie er ist.

Egal ob Vitiligo oder eine andere Hautkrankheit. Denn wenn wir lernen, dass Unterschiede normal und etwas Gutes sind, sind sie auch nichts Schlechtes mehr.