Sabine Lisicki ist für Tennisfans ein Idol. Sie gilt als bodenständig, dynamisch und modern. Neben zahlreichen beruflichen Erfolgen musste Lisicki jedoch auch harte Schicksalsschläge einstecken: 2011 brach sie während eines Spiels bei den French-Open zusammen und musste von Helfern vom Platz getragen werden.

Die Fans waren geschockt und hoften, dass es der Sportlerin schnell wieder besser geht. Der Grund für den Zusammenbruch lag laut Medienberichten möglicherweise an einer sogenannten Gluten-Unverträglichkeit.

Diagnose: Gluten Sensitivity

Zuvor hatte Sabine Lisicki bereits seit einigen Jahren mit Bauchschmerzen und Müdigkeit zu kämpfen. Die von ihr konsultierten Ärzte konnten sich nicht erklären, warum es der Tennisspielerin zunehmend schlechter ging.

Auch diverse Bluttests brachten keine Aufklärung. Das ständige Unwohlsein gehörte zum Alltag von Sabine Lisicki. «Ich hatte mit der Zeit richtig Panik, weil ich nicht wusste, was mit mir los war.» Zufällig stiess sie auf das Buch eines Kollegen, in dem dieser über seine Gluten-Unverträglichkeit berichtete. Die Symptome waren identisch. Nach einem erneuten Arztgespräch wurden weitere Bluttests durchgeführt.

Dann die Diagnose: Lisicki leidet unter einer Gluten Sensitivity. Obwohl der Begriff zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend unbekannt war, stellten Mediziner anhand des Bluttests eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiss Gluten fest. Sabine Lisicki war erleichtert. Endlich wusste sie, was mit ihr los war.

Konsequente Ernährung

Die Diagnose Gluten Sensitivity lässt sich bis heute lediglich anhand einer Ausschlussdiagnose stellen: In der Regel werden dafür zunächst die Zöliakie und die Weizenallergie ausgeschlossen, um dann als Reaktion auf die Aufnahme von Gluten mit der Ernährung einer Gluten Sensitivity auf die Spur zu kommen.

Die Vermeidung glutenhaltiger Nahrungsmittel führt bei Betroffenen in relativ kurzer Zeit zur Verbesserung der Symptome. Auch bei Sabine Lisicki. «Ich fühlte mich schon nach kürzester Zeit wieder richtig gut», blickt sie zurück. Seitdem Lisicki die Diagnose erhalten hat, ernährt sie sich ausschliesslich glutenfrei. Auch wenn es anfangs eine grosse Umstellung war und viele Fragen aufkamen, gehört die glutenfreie Ernährung ganz selbstverständlich zu ihrem Leben.

2011 dann der erwähnte Rückschlag. Bei den French Open verausgabte sich die junge Sportlerin und brach zusammen. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie bereits, dass sie von einer Gluten Sensitivity betroffen ist. Dennoch hatte sie an diesem Tag glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich genommen – eine mit Mehl angedickte Sauce, die sie zu ihrem Essen serviert bekam. Ihr Körper reagierte sofort und krampfte sich vollständig zusammen.

Endlich eine Diagnose

Sabine Lisicki hat sich seither noch intensiver mit dem Thema Gluten Sensitivity und glutenfreie Ernährung befasst. Sie geniesst ihr Leben und ihren Sport bewusster, trotz der Diagnose. «Die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung war für mich am Anfang nicht leicht. Keiner konnte mir wirklich sagen, auf was ich achten muss», sagt sie. Vollkornbrot habe sie am meisten vermisst. Unterdessen weiss sie, dass heute eine grosse Vielfalt an glutenfreien Produkten erhältlich ist, mit denen sich die unterschiedlichsten Speisen zubereiten lassen.

Im Alltag ist die glutenfreie Ernährung für Sabine Lisicki kein Problem mehr. «Und wenn Freunde zu Besuch kommen, gibt es eben glutenfreie Gerichte, was bisher noch keinen gestört hat.» Bei ihren Eltern hat sie sogar eine glutenfreie Ecke mit Lebensmitteln und Extraschneidebrettchen eingerichtet, damit keine Reste glutenhaltiger Speisen in ihr Essen gelangen.

Bauchschmerzen und Müdigkeit sind Alarmsignale

Heute verfolgt Sabine Lisicki das Ziel, Menschen mit einer Gluten Sensitivity den Weg zu einer glutenfreien Ernährung leichter zu gestalten und sie über die Diagnose aufzuklären. Gluten Sensitivity stellt für sie heute keinen Einschnitt mehr in ihrem Leben dar. «Ich sehe das alles positiv. Endlich kann ich mich wieder richtig gut fühlen und weiss, worauf ich achten muss.»

Ihr ganz persönlicher Tipp: Auf typische Symptome wie Bauchschmerzen und Müdigkeit achten. «Bei anhaltendem Unwohlsein sollte man dann direkt den Arzt aufsuchen und ihn auf die Möglichkeit einer Gluten Sensitivity ansprechen.»