Wenn das «Schlegli» zuschlägt, dann muss es schnell gehen. Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, brauchen rasch Hilfe, am besten von Spezialisten. Und diese können je nach Leiden aus den unterschiedlichsten Fachgebieten kommen.

Die Schlaganfall-Patienten brauchen Neurologen, Neurochirurgen, Neuroradiologen, spezialisierte Pflegefachleute und je nachdem benötigen sie auch die Dienste von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Logopäden.

Damit den Patienten dieses gesamte spezialisierte Wissen ohne Verzögerungen zugute kommen kann, haben grosse Krankenhäuser sogenannte «Stroke Units» installiert. Dort werden Patienten akut von den richtigen Fachleuten behandelt.

«Eine Stroke Unit ist die organisierte stationäre Behandlung eines Schlaganfall-Patienten in einem interdisziplinären Team an definierten Abteilungen», bringt Prof. Dr. Ralf Baumgartner das Konzept auf den Punkt.

Studien belegen Unterschied

«Die meisten Schlaganfall-Patienten werden noch immer in die Abteilung Innere Medizin eines Krankenhauses gebracht», sagt Baumgartner. Die dortigen Kollegen würden ausgezeichnete Arbeit leisten, es stehe Ihnen jedoch nicht die wünschenswerte personelle und materielle Infrastruktur zur Verfügung. «In einer Stroke Unit arbeiten Ärzte aus verschiedenen Disziplinen, Pflegende und Therapeuten im Team, sie ziehen an einem Strick», so der Neurologe.

Die Organisation im Team als Kompetenzzentrum macht offenbar einen Unterschied. «Es gibt Studien, in denen Vergleiche zeigen, dass Patienten, die nicht in der Abteilung Innere Medizin, sondern in einer Stroke Unit behandelt ­wurden, öfter wieder selbstständig werden und seltener sterben.»

Zusammenarbeit auch ausserhalb des Teams

In der gesamten Schweiz gibt es zwölf Stroke Units. Nur rund ein Viertel aller Schlaganfall-Patienten wird notfallmässig in einer Stroke Unit behandelt. Diejenigen, die in eine Stroke Unit kommen, werden notfallmässig abgeklärt und behandelt.

Danach erhalten die Patienten einen Platz auf der Überwachungsstation, wo sie 24 bis 48 Stunden bleiben und Physio-, Ergo- und Logotherapie erhalten. «Nur selten müssen die Patienten die erste Zeit auf der Intensivstation verbringen», so Baumgartner.

Danach verlegt man die Patienten auf die Bettenstation, wo weitere Abklärungen erfolgen und die Therapien fortgesetzt werden.

Die meisten Patienten verbringen nach einem sieben- bis zehntägigen Aufenthalt in der Stroke Unit noch fünf bis sieben Wochen in einer Neurorehabilitationsklinik, etwa jeder fünfte Patient kann direkt nach Hause.