Ihre Schwerpunkte liegen in verschiedenen medizinischen Bereichen. Ein Gebiet sind die Körperabwehrmechanismen, die eine Rolle für die Entstehung der autoimmunen, entzündlichen oder allergologischen Hautkrankheiten spielen.

Heute wissen wir, dass diese Mechanismen auch für die Entstehung von Hautkrebs, insbesondere des malignen Melanoms, von grosser Bedeutung sind. Die Forscher beschäftigen sich zudem mit Erbkrankheiten und mit den einzelnen Zelltypen, die für den Hautaufbau verantwortlich sind.

Letztere haben eine entscheidende Funktion in den Prozessen, die zur Entstehung von Hautkrankheiten – besonders von Hauttumoren – führen.

 

Warum ist die dermatologische Forschung für das Verständnis von Hautkrankheiten so wichtig?

Weil sie versucht, die Entstehungsvorgänge der Hautkrankheiten zu erklären. Oft besteht bei diesen biochemischen oder in den körperabwehrsystemgebundenen Vorgängen, die an der Entstehung von Hautkrankheiten beteiligt sind, ein Mangel oder ein Überschuss an einem oder an mehreren Molekülen.

Entdeckt man diese, besteht die Möglichkeit, ein Medikament herzustellen, welches den Mangel beziehungsweise den Überschuss kompensieren kann. Auf diese Weise werden die Hautbildungsprozesse mehr oder weniger normalisiert und die Krankheit lässt sich infolgedessen bekämpfen und im Idealfall heilen.

 

Zwischen einer medizinischen Entdeckung und ihrer potenziellen praktischen Anwendung liegen oft mehrere Jahre. Der Grund dafür ist, dass die Entdeckung der (Patienten-)Sicherheit halber noch in mehreren Schritten überprüft werden muss.

Ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig das über Jahrzehnte gewonnene Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen einer Krankheitsentstehung für die moderne Behandlung sein kann, ist Psoriasis beziehungsweise Schuppenflechte.

Heute verfügen wir für Patienten, die an einer mittelschweren bis schweren Psoriasis leiden, über effiziente Medikamente, die ihre Lebensqualität deutlich verbessern können. Für Acne-inversa-Patienten ist die dermatologische Forschung auf bestem Wege, ähnlich gute Perspektiven zu schaffen.

Auch für schwere Formen von Neurodermitis werden bald neue vielversprechende Medikamente auf den Schweizer Markt kommen. Natürlich sollen neben den neuen medizinischen Errungenschaften auch die traditionellen lokalen und systemischen Behandlungen weiterhin einen wichtigen Platz einnehmen.

 

Schutz vor Sonne

Die Haut ist das grösste menschliche Organ und zugleich unsere Hülle, die uns mit ihrer Elastizität und Abwehrfähigkeit gegen schädliche äussere Einflüsse schützt. Im Laufe eines Menschenlebens verändert sich die Haut jedoch: Sie altert und wird geschädigt.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Sonne. Durch gute Hautpflege und vor allem durch guten Sonnenschutz können wir diesen natürlichen Prozessen entgegenwirken und unserer Haut ein jüngeres Angesicht geben. Und noch wichtiger: Sonnenschutz ist die beste prophylaktische Massnahme gegen die Entwicklung von Hautkrebs.

Doch wie bereitet man die eigene Haut richtig auf den Sommer vor und wie schützt man sie am besten vor der Sonne? Dies sind die beiden häufigsten Fragen, die Patienten ihren Hausärzten zu dieser Jahreszeit stellen.

 

Die Antwort ist simpel: Gerade in den sonnenintensiven Monaten sollte man die Sonnenstrahlen so weit wie möglich durch Kleider und Kopfbedeckung von der Haut fernhalten und die nicht bedeckten Körperteile durch das Auftragen von Sonnencreme schützen.

Diese Massnahmen sind auch wichtig, weil Haut, Nägel und Haare mit den Jahren an Funktionstüchtigkeit einbüssen und Abnützungserscheinungen zeigen. Mit der richtigen Hautpflege und einem ausreichenden Sonnenschutz kann man die Falten- und Pigmentfleckenbildung verzögern. So ist die Wirksamkeit von lokalen Präparaten, die Vitamin A enthalten, wissenschaftlich belegt.

Die Cremes mit Vitamin-A-Säure-Derivaten wirken in den oberen Schichten der Haut (Epidermis), während beispielsweise Kollagen die mittlere Hautschicht verstärkt. Auch Antioxidantien wie Vitamin C und E sind wichtig für unsere Haut, allerdings bezogen auf die Nahrungsaufnahme und nicht als Bestandteil einer Lotion.

Gegen brüchige Nägel helfen Vitamin-H-haltige Tabletten. Bei trockener Haut sind fettende Cremes hilfreich und bei abnehmender Haardichte können lokale Präparate und Tabletten den natürlichen Alterungsprozess verzögern.

 

Abschliessend möchte ich noch Folgendes betonen: Unsere Haut ist für alle sichtbar. Doch nur eine Minderheit der Menschen kann ihre Zeichen richtig interpretieren. Nichtsdestotrotz gibt die Haut der Wissenschaft noch viele Rätsel auf, die es zu entschlüsseln gilt.

Und gerade darin liegt der grösste Reiz und Ansporn für die dermatologische Forschung: Wir wollen besser verstehen, wie die Haut funktioniert, um die Patienten künftig noch besser behandeln zu können.

Dr. med. Carlo Mainetti - Präsident der SGDV