Wer sich einmal auf einer langen Wanderung eine Blase an den Füssen zugezogen hat, weiss, wie belastend schmerzende Füs­se sein können. Wer aber von übermäs­siger Hornhaut, eingewachsenen oder verdickten Zehennägeln, Druckstellen oder gar einem Hühnerauge (Clavus) geplagt wird, kann im Alltag unter massiven und äusserst schmerzhaften Einschränkungen leiden.

Hier setzt die medizinische Fusspflege an, die neben der Behandlung von Beschwerden auch therapeutische Massagen und die individuelle Beratung für eine anhaltende Fussgesundheit beinhaltet.

Wichtiger Pfeiler der Volksgesundheit

Schon die alten Ägypter vor rund 4500 Jahren kannten die heilsame, therapeutische, aber auch wohltuende Wirkung der Fusspflege. Und durch alle Epochen hindurch bis heute wussten und wissen es die Menschen zu schätzen, auf gesunden Füssen gehen zu können.

Die Podologie, wie wir sie heute kennen, hat sich deshalb als wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Gesundheitswesens etabliert. So benötigen Podologinnen und Podologen in der Schweiz eine Berufsausübungsbewilligung der jeweiligen kantonalen Gesundheitsbehörde.

Dies nicht zufällig, denn erst eine medizinisch kompetente und professionelle Behandlung von Fussbeschwerden garantiert, dass die Füsse als wichtigster und komplexester Bewegungsapparat im menschlichen Körper optimal funktionieren.

Nach einer eingehenden Anamnese, wie wir sie auch von der Medizin her kennen, berät und behandelt die Podologin oder der Podologe ein breites Spektrum an Fussbeschwerden. Dies sind Veränderungen oder Erkrankungen wie eingewachsene oder verdickte Zehennägel, Nagelpilze, übermässige Hornhaut oder Schwielen und Hühneraugen (Clavi), die fachgerecht entfernt werden.

Darüber hinaus werden Methoden wie Orthonyxie (spezielle Spangentechnik bei eingewachsenen Nägeln), Verbands- und Orthesentechnik (für Zehenkorrektur und Druckentlastung) sowie Nagelprothetik (künstlicher Nagelersatz) angewandt.

Therapeutische Fuss- und Unterschenkelmassagen ergänzen die Behandlung zur Steigerung des Wohlbefindens.

Ein wachsendes Tätigkeitsfeld bildet für die Podologinnen und Podologen die Behandlung des diabetischen Fusssyndroms (DFS), das häufig bei Zuckerkranken (Diabetes Typ 2) auftritt, sowie von Rheumapatienten und Patienten mit Durchblutungsstörungen arterieller oder venöser Art.

Vollzeit-Berufslehre und Höhere Fachschule

Den Beruf der Podologin und des Podologen gibt es in der Schweiz schon seit über 80 Jahren. Seit 2005 ist mit einem eidgenössisch anerkannten Titel offiziell im Schweizerischen Berufsbildungssystem vertreten.

Ganz dem dualen Bildungssystem verpflichtet, besteht die Ausbildung aus einer dreijährigen Vollzeit-Berufslehre in einem Lehrbetrieb und dem Besuch einer Berufsschule für die berufstheoretische Ausbildung. Abgeschlossen wird die Lehre mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Dieses ermöglicht es der Podologin und dem Podologen, als Angestellte in einer Podologiepraxis tätig zu sein.

Die Podologie entwickelt sich zusammen mit der Medizin. Der praktischen und theoretischen Weiterbildung wird deshalb ein grosser Stellenwert beigemessen. Seit Herbst 2012 können sich Podologinnen und Podologen mit EFZ in einem dreijährigen, berufsbegleitenden Bildungsgang zur dipl. Podologin HF / zum dipl. Podologen HF weiterbilden.

Hier wird im Besonderen auf die Behandlung von Risikopatienten eingegangen; zudem werden die Kompetenzen für die selbstständige Führung einer Praxis erworben. In der Deutschschweiz wird dieser Lehrgang von der Berufs- und Weiterbildung Zofingen (BWZ) in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Podologen-Verband (SPV) angeboten.

Fachleute mit grossem Knowhow

«Für müde Füsse ist jeder Weg zu lang», wusste schon der deutsche Dichter Karl Georg Büchner anfangs des 19. Jahrhunderts. Dies gilt noch mehr, wenn die Füsse schmerzhafte Beschwerden verursachen. Obwohl sich der moderne Mensch immer mehr zum Nicht-Fussgänger zu entwickeln scheint, sind es doch die Füsse, die ihn jeden Tag zu tragen haben.

Umso wichtiger ist es, dass diese beiden Stützen des menschlichen Körpers ihre Funktion bestmöglich erfüllen können. Treten hier Probleme auf, ist die Podologin oder der Podologe zweifellos die richtige Adresse, um Heilung oder zumindest Linderung zu erzielen.

Als Fachleute mit medizinischer Kompetenz können sie den Patienten die richtige Behandlung anbieten, sie aber auch beraten, sobald weiterführende Behandlungen orthopädischer oder chirurgischer Art angezeigt sind.

Da sie auch nachbehandelnde Therapeuten sind, garantieren sie auf jeden Fall eine bestmögliche Betreuung zur Erhaltung einer langfristigen Fussgesundheit – damit bleibt auch der moderne Mensch «gut zu Fuss».