Etwa vierzig Mal atmen Sie ein und aus, während Sie diesen Text lesen. Auf einen ganzen Tag gerechnet, sind es rund 20000 Atemzüge.

Mit dieser Atemluft könnten wir täglich einen halben Kesselwagen füllen, in einem Jahr ergäbe dies einen zwei Kilometer langen Güterzug.

So eindrücklich diese Zahlen sind, so selbstverständlich ist das Atmen für uns in der Regel – zumindest bis etwas nicht mehr wie gewohnt funktioniert.

Eine Million Betroffene

Dies ist der Fall bei rund einer Million Menschen in der Schweiz, die an einer Lungen- oder Atemwegserkrankung leiden, und jedes Jahr werden es mehr. Am weitesten verbreitet ist Asthma; jedes 10. Kind und jeder 14. Erwachsene sind davon betroffen.

Mit der richtigen Therapie können Asthmatiker heute weitgehend beschwerdefrei leben – vorausgesetzt, sie wenden ihre Therapie auch richtig an. Denn Studien zeigen, dass sechs von zehn Asthmatikern ihr Medikament falsch nutzen und folglich unter Anfällen leiden, die vermeidbar wären.

Mit Beratungen, Asthma-Schulungen und Sensibilisierungskampagnen sorgt die Lungenliga dafür, dass immer mehr Betroffene ihre Therapie korrekt anwenden können.

Schleichende Entwicklung

Aufklärungsbedarf besteht auch bei der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD, die meist durch das Einatmen von Schadstoffen über eine lange Zeit verursacht wird, etwa durch das Rauchen.

In der Schweiz sind rund 400'000 Menschen betroffen. Viele wissen es jedoch nicht, weil sich die Krankheit schleichend entwickelt. Oft werden den scheinbar harmlosen Symptomen wie Husten, teilweise Auswurf und Atemnot zu wenig Beachtung geschenkt.

Eine Heilung ist nicht möglich; je früher aber die Diagnose gestellt wird, desto besser lässt sich der Krankheitsverlauf verlangsamen.

Einen ersten Hinweis auf eine mögliche Erkrankung gibt der COPD-Risikotest, den die Lungenliga online anbietet.

Zudem steht die Lungenliga erkrankten Personen tatkräftig zur Seite; etwa mit einer kompetenten Betreuung bei der Sauerstofftherapie, einem breiten Kursangebot, betreuten Ferienreisen und Beratung, wenn eine schwere chronische Krankheit das Privat- oder Berufsleben belastet.

Erfolgreiche Therapien

Dass sich eine solch umfassende Beratung und Betreuung auszahlt, zeigt eine unabhängige Analyse der Krankenversicherung Helsana. Diese hat die Daten von über 9000 Versicherten untersucht, die an Atemaussetzern in der Nacht leiden, der sogenannten Schlafapnoe.

Die Analyse ergab unter anderem, dass Lungenliga-Patienten ihre Therapie konsequenter anwenden, dass sie die Therapie seltener abbrechen und dass sie weniger häufig einen Arzt oder ein Spital aufsuchen müssen.

Das erspart den Betroffenen nicht nur unnötige Leiden, sondern auch Kosten: Allein die Arztkosten sind pro Jahr durchschnittlich 900 Franken tiefer. Bei den insgesamt rund 150000 Schlafapnoe-Betroffenen, die es in der Schweiz gibt, sind diese Resultate nicht unbedeutend.

Einfache Massnahmen wirken

Auch wenn Sie zu denjenigen gehören, die keinerlei Beschwerden mit Lunge und Atemwegen haben, lohnt es sich, zu Ihrem Atmungsorgan Sorge zu tragen. Dies ist bereits mit einfachen Massnahmen möglich.

Wenn Sie richtig anfeuern, entsteht bei einem Kamin- oder Grillfeuer bedeutend weniger Feinstaub. Und ein sparsamer Einsatz sowie gutes Lüften bei der Verwendung von Kerzen, Raumluftparfüms und Reinigungsmitteln sorgen für bessere Innenluft.

Wir alle wissen auch, dass Tabakrauch schädlich ist – aber aufhören enorm schwierig. Die Lungenliga unterstützt Aufhörwillige mit verschiedenen Angeboten.

Auch engagiert sie sich in der Prävention: so etwa mit dem Gesundheitsförderungsprojekt ready4life, das die Widerstandsfähigkeit von Lernenden gegenüber Suchtmitteln stärkt, oder auf politischer Ebene, beim Einsatz für eine saubere Luft und der Bekämpfung von nicht übertragbaren Krankheiten.

Wir arbeiten täglich daran, damit Sie möglichst lange gut atmen können. Helfen auch Sie mit und entdecken Sie auf www.lungenliga.ch, wie Sie Ihre Lungen stärken und schützen können.