Eine der häufigsten Allergien

Neben der Pollenallergie zählt die sogenannte Hausstauballergie schweizweit zu den häufigsten Allergien. Nach aktuellen Angaben vom Allergiezentrum Schweiz sind 6.25 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen. Sie reagieren damit allergisch auf die Ausscheidungen von Milben, die sich insbesondere im Hausstaub finden.

Aus diesem Grunde reagiert fast ein Zehntel der Bevölkerung allergisch auf die Ausscheidungen von Milben, die sich insbesondere im Hausstaub finden.

Streng genommen ist daher die Bezeichnung Hausstauballergie nicht ganz exakt, denn es ist nicht der Hausstaub an sich, sondern ein Allergen, das sich vor allem im Kot der Hausstaubmilbe findet, welches die allergischen Symptome auslöst.

Daher wird die Hausstauballergie richtigerweise als Hausstaubmilbenallergie bezeichnet.

Aber wer kontinuierlich Gegenmassnahmen ergreift, kann die Beschwerden in den meisten Fällen gänzlich vermeiden oder wenigstens deutlich reduzieren.

Symptome

Die Symptome ähneln oft denen, die auch bei Erkältungen und Heuschnupfen vorkommen. Hierunter zählen beispielsweise eine verstopfte Nase, Schnupfen, Niesen und gerötete Augen, die oft morgens auftreten.

Doch auch Spätreaktionen wie Hautausschläge und allergisches Asthma können durch Hausstaubmilben ausgelöst werden. Diese Symptome lassen sich kurzfristig mit Medikamenten lindern, doch langfristig kann eine Hyposensibilisierung Abhilfe schaffen.

Praktische Hilfsmittel

Mittlerweile gibt es ein grosses Produktangebot, wie Luftreiniger, Bettwäsche, Matratzenüberzüge, Neemöl-Sprays und Allergiker-Plüschtiere, die den Allergiker entlasten und die teilweise von der Krankenkasse übernommen werden.

Doch man kann auch selbst einige Dinge beachten. Eine einfache Faustregel lautet: Dort, wo wir uns wohlfühlen, fühlen sich auch die Milben wohl, also in einer wohltemperierten, leicht feuchten Umgebung.

Lebensraum

Da Trockenheit und hohe Temperaturen den Tierchen einen schlechten Lebensraum bieten, sollten Bettzeug und Matratze regelmässig an der Sonne gelüftet werden. 

Da sich Milben leider nie gänzlich entfernen lassen, ist es wichtig, die Zahl der Milben in der Wohnung möglichst gering und die Räume möglichst staubfrei zu halten.

Dies kann durch regelmässiges Saugen, Wischen, Reinigen und Stosslüften geschehen. Die Raumtemperatur sollte bei 19 bis 21 Grad und die relative Luftfeuchtigkeit bei maximal 50 Prozent liegen.

Vermieden werden sollten ausserdem Staubfänger wie Zimmerpflanzen, offene Bücherregale, Vorhänge, Kissen, Teppiche und Polstermöbel.

Einen Ersatz für Polster- bieten Ledermöbel, auf deren glatter Oberfläche sich wenig Staub festsetzen und dieser mit einem feuchten Lappen entfernt werden kann.

Damit wird den Milben die Lebensgrundlage entzogen, da sie sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen ernähren.

Allergien

Pollenallergie
Rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden unter Heuschnupfen.

Tipps für Betroffene:
– Pollenbelastung checken: www.pollenundallergie.ch oder «Pollen-News»-App
– Vor dem Schlafengehen die Haare waschen
– Wäsche im Haus trocknen
– Nur kurz stosslüften oder Pollengitter montieren
– Bei hoher Pollenkonzentration, bei schönem, windigem Wetter nur kurz draussen sein
– Stets eine Sonnenbrille tragen

Hausstaubmilben
Rund 6.25 Prozent der Schweizer Bevölkerung reagieren auf die kleinen Spinnentiere, die sich hauptsächlich in unseren Betten tummeln.

Tipps für Betroffene:
– Encasings (milbenallergendichte Überzüge) für Matratzen, Duvets und Kissen verwenden und monatlich bei 60°C waschen .
– Bettwäsche wöchentlich bei 60°C waschen.
– Die Temperatur im Winter in den Wohnräumen nicht über 21 °C halten.
– Die Luftfeuchtigkeit sollte im Winter (oder während der Heizperiode in den Wohnräumen nicht über 50 Prozent liegen.
– Räume regelmässig stosskurz lüften – besonders auch bei kaltem Wetter.
– Böden zweimal wöchentlich feucht reinigen.
– Staubfänger (wie Wandbehänge, schwer Gardinen, nicht waschbare Stofftiere) vermeiden.

Schimmelpilze
Schimmelpilze sind fadenförmige Mikropilze, sie lieben Feuchtigkeit. Folglich kommen sie besonders häufig im Bad oder in der Küche vor, aber auch im Keller oder im Dachstock. Etwa ein bis zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung reagiert allergisch auf Schimmelpilze.

Tipps gegen Schimmelbefall:

  • Die Luftfeuchtigkeit sollte im Winter nicht über 50 Prozent liegen.
  • Temperatur im Winter zwischen 19 und 23°C halten.
  • Zwei- bis dreimal pro Tag stosslüften (Durchzug).
  • Möbel mindestens zehn Zentimeter von der Aussenwand entfernt aufstellen.
  • Keine Pflanzen im Schlafbereich aufstellen.
  • Nach dem Duschen einige Minuten durchlüften oder Badezimmertür öffnen.

Tierallergien
Eiweisshaltige Bestandteile von Speichel, Schweiss, Talg oder Urin von Tieren können Allergien auslösen; die Allergene werden vor allem über Tierhaare verbreitet. Die häufigsten Verursacher sind Katzen, Hunde, Pferde und Nagetiere. Rund vier Prozent der Erwachsenen reagieren allergisch auf Katzenallergene, zirka drei Prozent auf Hundeallergene.

Tipps für Betroffene:

  • Am effektivsten ist es, den Kontakt mit Tierallergenen zu vermeiden.
  • Die Tiere möglichst draussen halten.
  • Hände waschen nach jedem Kontakt.
  • Schlafzimmer als tierfreien Raum bestimmen.
  • Kleider mit Kleiderroller reinigen, Böden zweimal wöchentlich feucht reinigen.
  • Staubsaugen mit einem HEPA-Fliter Staubsauger.
  • Waschbare Überzüge für Polstermöbel verwenden.
  • Teppiche und «Staubfänger» entfernen.
  • Luftreiniger mit HEPA Filter Stufe 11

Leserservice
aha! Allergiezentrum Schweiz hilft:
Die Broschüren «Allergisches Asthma», «Allergieprävention», «Allergie, Asthma und Schule» und «Allergie, Asthma und Sport» informieren ausführlich über das Thema. Bestellen oder Herunterladen auf www.aha.ch (Shop). Die App «Asthma-Info» unterstützt Sie in der Kontrolle Ihres Asthmas. Wetterprognose und Pollenflug-Infos ermöglichen es, die Situation besser einzuschätzen.
Beraterinnen und Berater geben in drei Sprachen kostenlos Auskunft: aha!infoline: 031 359 90 50, Mo–Fr, 8.30–12.00 Uhr.