Ob man mit zunehmendem Alter an einer Demenzkrankheit erkrankt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Erbliche Faktoren können eine Rolle spielen, aber auch andere, zum Teil noch unbekannte. Fest steht, dass das Alter ein gewichtige Rolle spielt: Ab dem 60. Lebensjahr steigt die Gefahr einer Erkrankung an.

Man kann einer Demenzkrankheit aber präventiv entgegenwirken. Dabei gibt es jedoch keine Garantie, dass man sich völlig von einer Demenz schützen kann. Wir können nur für die Gesundheit unseres Gehirns und Körpers sorgen, gewisse Demenzrisiken können wir aber nicht beeinflussen. Ein gesundes Gehirn bedeutet aber ein verzögertes Auftreten einer Demenz oder ein geringeres Erkrankungsrisiko.

Die mediterrane Küche kann helfen

In Bezug auf fast alle existenten Krankheiten spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor bei der Bestimmung unserer körperlichen Gesundheit.

Besonders der mediterranen Küche werden gesunde Komponente zugeschrieben: Die zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, einem moderaten Anteil von Milchprodukten, Fisch und Alkohol (meist Rotwein) aus. In mediterranen Regionen wird rotes Fleisch und Geflügel nur in niedrigen Mengen konsumiert.

Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns

Eine Langzeitstudie aus dem Jahr 2006 beobachtete während 4 bis 13 Jahren 2000 gesunde New Yorker, die sich mediterran ernährten. Das Ergebnis war klar: Je konsequenter die Testpersonen sich an die mediterrane Küche hielten, desto niedriger war ihr Risiko an Alzheimer-Demenz  zu erkranken und desto langsamer liessen ihre kognitiven Fähigkeiten nach. Beim Verzehr vor lediglich Einzelkomponenten der mediterranen Küche wurde jedoch kein Zusammenhang zwischen Ernährung und Alzheimer-Demenz festgestellt was zeigt, dass es bei der Ernährung auf die ausgewogene Mischung der verschiedenen Lebensmittel ankommt.

Italienische Forscher haben 2004 zudem den Zusammenhang zwischen Homocystein (einem giftigen Stoffwechselprodukt), Folsäure und Vitamin B12 und Demenz festgestellt. Dabei hielten sie fest, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel Alzheimer fördern kann. Schwedische und britische Forscher bestätigten zudem, dass eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure den Homocysteinspiegel senken und dem Abbau von Gehirnmasse um Alter entgegenwirken kann.

Folsäure ist vor allem in Orangen, grünem Blattgemüse, Hefe, Fisch, Geflügel, Milch- und Sauermilchprodukten, Hülsenfrüchten, Kohl, Pilzen und Vollkornprodukten enthalten. Das Vitamin B6 findet man in Bananen, Kirschen, Milchprodukten, Leber und ebenfalls in Vollkornprodukten. Vitamin B12 ist in tierischen Nahrungsmitteln vor, besonders in Muskelfleisch, Fisch, Leber, Milch, Milchprodukten und Eiern.

Des Weiteren wurde nachgewiesen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren die Blutgefässe schädigen kann. Der Konsum von ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die in Leinöl, Lachs oder Kabeljau enthalten sind, erweist sich für die Vorbeugung der Alzheimer-Krankheit als vielversprechend.

Das Gehirn aktiv halten

Das Gehirn kann wie ein Muskel betrachtet werden: Es ist nur leistungsfähig, wenn es ausreichend und regelmässig trainiert wird. Bis ins hohe Alter kann man an der Leistungsfähigkeit seines Gehirns arbeiten und nicht wie häufig angenommen nur bis in die späten Jugendjahren. Zahlreiche Studien zeigen, dass sich bei geistig aktiven Menschen  Abbauprozesse des Gehirns weniger stark oder verzögert bemerkbar machen.

Besonders ab dem 50. Lebensjahr spielt das Gehirntraining eine wichtige Rolle. Das Training kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Besonders Sprachen fördern und fordern unsere Gehirnfunktion. Damit ist nicht nur das Erlernen neuer Sprachen gemeint, sondern auch das Sprechen von Fremdsprachen. Auch durch Lesen bleiben wir am Ball und tun unserem Gehirn Gutes. Eine beliebte Alternative bieten die Klassiker: Gedächtnis- und Denkspiele. Die sind im Internet, in Magazinen oder Sammelbüchern zu finden. Wie man sein Gehirn aktiv hält, spielt eigentlich keine Rolle, Hauptsache man tut es auf die Art und Weise, auf die es am meisten Spass macht.  

Bewegen für Körper und Geist

Zwar gibt es keine abschliessende Studie, die den Zusammenhang zwischen Sport und Demenzkrankheiten bestätigt, trotzdem raten verschiedene Experten auch in diesem Zusammenhang zu regelmässiger Bewegung. Seit 2003 kommen diverse Kohortenstudien auf dasselbe Ergebnis: Patienten, die körperlich nicht aktiv sind, haben ein um 20 bis 70 Prozent erhöhtes Risiko an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken oder leiden vermehrt an geistigem Abbau.

Bei der Bewegung geht es nicht darum, Spitzensport zu betreiben. Wer sich entscheidet, etwas häufiger zu spazieren, anstatt den Bus oder das Tram zu nehmen, hat seinem Körper und Geist bereits Gutes getan. Egal, welche Form von Bewegung: Sie regt in jedem Fall die Durchblutung des Gehirn an.

Freundschaft als Medizin

Wer viele Freundschaften und Kontakte pflegt, bleibt geistig länger aktiv und fit, das besagen verschiedene Studien. Es wird vermutet, dass diese Beobachtung damit zusammenhängt, dass der Kontakt mit anderen Menschen unser Gehirn vielseitig anregt. Gespräche animieren uns, uns Geschichten, Details und Erzählungen zu merken. Zudem fördern soziale Kontakte unsere Aufmerksamkeit.