Am Wort Cholesterin haftet etwas zu Unrecht eine negative Bedeutung an, erfüllt der Fettbaustein doch zahlreiche wichtige Körperfunktionen. So ist Cholesterin am Aufbau der Zellmembran sowie an vielen Stoffwechselvorgängen des Gehirns beteiligt.

Ausserdem ist es ein Grundbaustein für verschiedene lebenswichtige Hormone und ein wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion von Gallensäuren zur Fettverdauung.

Was bedeutet ein zu hoher Cholesterinspiegel?

Cholesterin ist lebensnotwendig, aber zu viel von der fettähnlichen Substanz schadet. Zu viel Cholesterin im Blut beziehungsweise erhöhte Cholesterinwerte hängen direkt mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen.

Cholesterin ist lebensnotwendig, aber zu viel von der fettähnlichen Substanz schadet

Bei erhöhten Werten können Blutgefässe verstopfen, wodurch sich die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zum Herzen und Gehirn verschlechtert.

Zusammen mit weiteren, von Cholesterin unabhängigen Risikofaktoren (zum Beispiel hoher Blutdruck, Diabetes oder Rauchen) drohen in der Folge ein Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Man muss allerdings unterscheiden, ob das «schlechte» oder das «gute» Cholesterin erhöht ist. Entsprechend der Aufteilung von Fett- und Eiweissanteil spricht man von LDL- und HDL-Cholesterin. Nur die Erhöhung von LDL-Cholesterin bedeutet ein erhöhtes Risiko.

Risikogruppen

Mit steigendem Alter steigt auch der Cholesterinspiegel. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung über 45 Jahre hat einen Cholesterinspiegel von über 210 mg/dl (5,5 mmol/l). Der Idealwert liegt gemäss Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei weniger als 200 mg/dl (5,2 mmol/l).

Frauen haben generell einen höheren HDL-Cholesterin-Anteil als Männer, wobei der Cholesterinspiegel und andere Blutfette während der Schwangerschaft zusätzlich ansteigen. Eine regelmässige Analyse der Blutwerte und Gefässe beim Spezialisten empfiehlt sich auf jeden Fall mit fortschreitendem Alter.

Erhöhtes Cholesterin kann erblich oder erworben sein. Bei der wichtigsten vererbten Form, der familiären Hypercholesterinämie, sind meist mehrere Generationen von deutlich erhöhten Cholesterinwerten und von frühzeitigen Herzkrankheiten betroffen.

Erworbene Einflüsse sind Ernährungsfaktoren, Medikamente und andere Erkrankungen, wie Leber- und Nierenkrankheiten und Schilddrüsenunterfunktion.

Bei Personen mit einer Veranlagung zu erhöhten Cholesterinwerten hat man festgestellt, dass das LDL-Cholesterin nicht ausreichend aus dem Blut gefiltert wird und infolgedessen sich dieses im Blut ansammelt und der Cholesterinwert steigt. Der Hauptanteil von Cholesterin wird also vom Körper selbst produziert und nicht über die Nahrung aufgenommen.

Prävention durch richtige Ernährung

Übergewicht führt nicht zu erhöhtem Cholesterin, fettreiche Nahrung aber schon. Die Ernährung hat einen erheblichen Einfluss auf den Cholesterinspiegel, auch wenn der Hauptanteil an Cholesterin vom Körper selbst produziert wird.

Eine gesunde Ernährung sollte «ausgewogen» sein und sich zum Beispiel nach der Schweizer Lebensmittelpyramide richten. Spezielle Massnahmen zur Cholesterinsenkung sind die Einnahme von weniger gesättigten und dafür mehr ungesättigten Fettsäuren.

Auf einen gesunden Speiseplan gehören etwa Meeresfisch, alle Sorten von Obst und Gemüse (vor allem Avocados und Artischocken) sowie pflanzliche Öle, aber auch Ballaststoffe.

Eine wichtige Rolle spielt heute die medikamentöse Behandlung der Blutfette mit den sogenannten Statinen. Diese senken das LDL-Cholesterin, vermindern das Risiko von Herzkomplikationen und haben zusätzliche günstige Wirkungen auf das Gefässsystem.

Sie kommen besonders nach einem bereits durchgemachten Infarkt oder bei erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen zum Einsatz.