Es gibt viele Arten von Kontaktlinsen. Weiche, harte, Tages- Monats- oder Jahres-Linse: Wie findet man die richtige Kontaktlinse für sich selbst?

Es kommt grundsätzlich auf den Einsatzzweck an. Also ob man die Linsen nur sporadisch trägt oder den ganzen Tag über. Dabei ist es extrem wichtig, dass man sich von einer Fachperson beraten lässt.

Der Kontaktlinsenspezialist erkennt anhand der jeweiligen Augenwerte und mittels anderer Faktoren wie etwa der Tränenmenge, welche Linse in Frage kommt.
 

Was halten Sie von Tageslinsen?

Für sporadische Kontaktlinsenträger ist die Tageslinse eine gute Lösung. Wegwerflinsen kosten aber für gewöhnlich etwas mehr als herkömmliche individuelle Linsen. Vom gesundheitlichen und physiologischen Gesichtspunkt her lassen sich individuelle Kontaktlinsen – ob weich oder hart – besser ans Auge anpassen.

Man erhält sozusagen «die Linse nach Mass», was für längeres Tragen die bessere Variante ist.
 

Worauf muss man beim Gebrauch von Kontaktlinsen achten?

Vor allem auf die Hygiene. Diese fängt bereits beim Händewaschen vor der Linsenhandhabung an. Ebenso wichtig sind die Kontaktlinsenbehälter, deren Aufbewahrungslösung man täglich austauschen und nicht nur einfach nachfüllen sollte.

Andernfalls riskiert man eine Augeninfektion. Bei den Austauschlinsen ist zudem die Tragedauer wichtig. Also, dass man zum Beispiel Tageslinsen nicht zwei Wochen lang trägt, sondern sich genau an die Aufforderungen des Herstellers hält. Auch die tägliche Tragedauer, die mit dem Kontaktlinsenspezialisten bestimmt wird, sollte nicht überschritten werden.
 

Es gibt nicht nur Linsen für tagsüber, sondern auch Nachtlinsen. Worum handelt es sich hierbei?

Das Fachwort dafür lautet Orthokeratologie – also eine gezielte, leichte Verformung der zentralen Hornhaut durch speziell geformte Kontaktlinsen. Mit Nachtlinsen lassen sich Kurzsichtigkeiten bis zu ungefähr sechs Dioptrien gut korrigieren.

Der Vorteil dieser Linsen ist, dass man sie nachts beim Schlafen weniger Stunden auf den Augen trägt als tagsüber. Dazu kommt, dass man sich im Alltag ohne Fremdkörper im Auge bewegen kann, was gerade beim Sport, zum Beispiel beim Schwimmen, sehr angenehm ist.
 

Was, wenn man am nächsten Tag nach dem Tragen von Nachtlinsen beim Autofahren in eine Polizeikontrolle gerät?

Nachtlinsenträger erhalten in der Regel von ihrem Kontaktlinsenspezialisten ein Formular, welches den Gebrauch von Nachtlinsen bestätigt und deren Funktion erläutert. Dieses Formular sollte man beim Fahren nebst einer Reserve-Sehhilfe immer mitführen.
 

Wo steht die Linsentechnik heute und wie sieht ihre Zukunft aus?

Wir haben heute sehr wasserhaltige Materialien, die besonders angenehm zum Tragen sind. Die Herstellungstechnik von Kontaktlinsen und die Computermesstechniken für das Auge haben sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert.

Bereits heute gibt es Kontaktlinsen, die den Augendruck oder den Zuckerspiegel permanent überwachen können. Die Linsentechnik geht in Richtung «Supervision», das heisst mit Elektronik verstärkte Kontaktlinsen und «Virtual Reality», sprich in Kontaktlinsen integrierte Displays. Diese Entwicklungen stecken aber noch in ihren Kinderschuhen und sind noch nicht marktreif.