Eingeschränkte Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates

Muskuloskelettale Erkrankungen gelten als hochprävalent und haben weitreichende Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft: Schmerzen und eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates verringern die Lebensqualität der Betroffenen, beeinflussen das Erwerbsleben sowie die Freizeitgestaltung und wirken sich dadurch auf die soziale Teilhabe der Betroffenen aus.

Zudem sind muskuloskelettale Erkrankungen für die höchsten direkten und indirekten Kosten im Gesundheitswesen verantwortlich.

Die indirekten und direkten Kosten dieser Erkrankungen in der Schweiz belaufen sich jährlich auf über 23 Milliarden Franken.

Mehr als  200 verschiedene Erkrankungen

Erkrankungen des Bewegungsapparates umfassen mehr als  200 verschiedene Erkrankungen. Dabei können einzelne oder alle Strukturen des muskuloskelettalen Apparates wie Gelenke, Muskeln, Muskelscheiden, Sehnen, Sehnenscheiden, Schleimbeutel und  Knochen  betroffen sein. Daneben können bei einigen entzündlichen Erkrankungen Organe wie das Herz, die Lungen, Nieren, Augen und andere betroffen sein.

Die über 200 verschiedenen muskuloskelettalen Erkrankungen wurden für das einfachere Verständnis von der  Rheumaliga Schweiz zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie im Jahre 2006 in folgende fünf Bereiche eingeteilt:

Arthrose: Degenerative Erkrankungen der Gelenke, zum Beispiel Knie, Hüfte und Finger.

Arthritis: Zum Beispiel rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis, Gicht, systemischer Lupus erythematodes.

Weichteilrheuma: Lokale Formen wie Tennisellbogen, Fersensporn, generalisierte Formen wie Fibromyalgie.

Osteoporose und verwandte Knochenerkrankungen wie Osteomalazie, Osteonekrose, Osteogenesis imperfecta.

Alle Formen der Rückenschmerzen, ob degenerativ oder entzündlich bedingt.

Diagnose

Die Diagnosestellung der verschiedenen muskuloskelettalen Erkrankungen ist anspruchsvoll. Wichtig sind dabei die Angaben der Patienten (Anamnese), die genaue klinische Untersuchung durch den Arzt sowie bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen.

In der Regel erfolgt die erste Abklärung beim Hausarzt, bei Bedarf wird der für diese Erkrankungen speziell ausgebildete Rheumatologe zur weiteren Abklärung beigezogen.

Ist die Diagnose gestellt, kann eine gezielte, für die einzelne Erkrankung zugeschnittene Therapie begonnen werden. Die Therapieformen der Wahl unterscheiden sich je nach muskuloskelettaler Erkrankung.

Sie können entweder konservative (nicht medikamentöse und/oder medikamentöse Verfahren) oder operative Massnahmen umfassen.

Ziel der Therapie ist es immer, die Schmerzen zu reduzieren und die Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten oder zu verbessern. Oftmals kommt es für die beste Versorgung zur Kombination verschiedener Therapieformen.

Bewegung ist der Schlüssel

Ein sehr wichtiger Pfeiler der Therapie ist  die körperliche Aktivität. Bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates bewirkt die aktive Bewegung über eine Kräftigung der Muskulatur eine Verbesserung der Gelenkstabilität.

Dadurch kann eine Funktionseinschränkung zum Teil verbessert respektive ein schnelleres Fortschreiten der Erkrankung verzögert werden.

Für ein gutes Ergebnis dieser Therapien ist die Kooperation des Patienten sehr wichtig. Ein gut informierter Patient ist wichtig. Dieser versteht auch die notwendigen Therapiemassnahmen besser.