Wirbelsäulenentzündungen münden oft in eine Versteifung. Morbus Bechterew geht häufig mit Gelenkentzündungen einher, welche zu Arthrosen führen.

Für die Betroffenen bedeutet das starke Beeinträchtigungen der körperlichen Funktion bis hin zur Invalidität. Doch bei gutem Trainingszustand sind diese Auswirkungen viel geringer.

Weniger Schmerzen verbessern die Lebensqualität

Vor allem Ausdauertraining wirkt auf die Schmerzwahrnehmung. So werden Schmerzen werden weniger stark wahrgenommen und die Patienten benötigen weniger Schmerzmittel.

Bewegung hat auch einen positiven Einfluss auf die Psyche und wirkt antidepressiv. Dadurch steigen das Selbstwertgefühl und die Stresstoleranz. Ausserdem leben körperlich aktive Menschen länger und sind im Alter mobiler, autonomer und weniger pflegebedürftig.

Dies gilt auch für Bechterew-Betroffene, obschon sie häufig während längerer Perioden ihrer Erkrankung daran gehindert werden, Sport auszuüben. Aber der Nutzen körperlicher Aktivität ist bei Bechterew-Patienten noch höher als bei gesunden Personen.

Mittlere Intensität ist empfehlenswert

Wie Gesunde sollten sich auch Bechterew-Betroffene in jedem Lebensalter jeden Tag oder zumindest an den meisten Tagen mindestens eine halbe Stunde mit mittlerer Intensität bewegen. «Mittlere Intensität» bedeutet, dass man ausser Atem, aber nicht unbedingt ins Schwitzen kommt.

Aktivitäten wie zügiges Gehen, Velo fahren oder Gartenarbeiten haben den Vorteil, dass sie sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Es eigenen sich aber auch Bewegungsarten, die wenig Material und Übungsaufwand verlangen, ein tiefes Unfallrisiko haben und sich ein Leben lang betreiben lassen.

Dazu gehören Wandern, Nordic Walking, Velo fahren, Wassergymnastik, Gymnastik, Skilanglauf oder auch Schwimmen. Gerade letzteres beeinflusst die psychische Befindlichkeit positiv und setzt zudem bei Bechterew-Patienten die Krankheitsaktivität herab.

Mit zunehmender Bewegung steigt auch die Belastbarkeit und somit die Motivation. Wichtig ist, dass der Sport Spass macht und die Beschwerden nicht verstärkt.