Bluthochdruck – darunter leidet sicher ein älterer, dicker Mann, der pro Tag eine Flasche Wein trinkt und zwei Packungen Zigaretten raucht. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Bei den über 60-Jährigen leidet jeder zweite unter Hypertonie (Bluthochdruck) und bei den unter-40-Jährigen mindestens jeder zehnte.

Mit jedem Schritt zum gesünderen Leben, steigert sich auch das Wohlbefinden

Wenn vom «Stillen Killer» gesprochen wird, meint man damit auch die trügerische Sicherheit, mit der ein Betroffener den Alltag meistert. Denn spüren tut man den hohen Blutdruck zunächst nicht. Häufig wird die Hypertonie auch nur durch Zufall entdeckt.

Bluthochdruck kann viele verschiedene Ursachen haben. Nur selten lässt er sich auf einen Grund reduzieren. Man kann ihn aber auf eine Reihe verschiedener Faktoren zurückführen: Täglicher, übermässiger Alkoholkonsum, Nikotin, Übergewicht, andauernder Stress, Kochsalzverbrauch (sechs Gramm pro Tag sollten nicht überschritten werden), Gewisse Medikamente, Schlafapnoe…

Die ersten Warnsignale

Durchschnittlich verringert sich die Lebenszeit von Hochdruck-Patienten um fünf Jahre. Zu den Erkrankungen zählen unter anderem Diabetes, Schlaganfall, Herz-und Nierenerkrankungen.

Doch schon vor diesem Stadium sendet der Körper Warnsignale, die allerdings auch ganz andere Ursachen haben können: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Nasenbluten und Ohrensausen. Ein dringender Weckruf ist, wenn Kurzatmigkeit auftritt.

Das Gleiche gilt für Brustschmerzen (Angina Pectoris) und Sehstörungen als Zeichen für Gefässschäden im Auge. Diese Schmerzen sollten ernst genommen werden. Natürlich wäre es verheerend, sich selbst mit Medikamenten zu behandeln. Dafür sind die Ärzte zuständig!

Lebensfreude durch Einschränkung

Es ist die Macht der Gewohnheit, die kleinen Laster und Vergnügungen, die einen bei der Umstellung des Lebensstils hindern. Doch mit jedem Schritt zum gesünderen Leben, steigert sich auch das Wohlbefinden.

Salz, zum Beispiel, muss nicht jedes Mal beim Kochen verwendet werden. Häufig schmeckt das Essen auch besser mit einem anderen Gewürz! Der Blutdruck sinkt auch schon markant bei regelmässiger körperlicher Aktivität. Und die von den Ärzten genannten Beispiele sind machbar: mehrmals die Woche eine halbe Stunde Velofahren, Spazierengehen oder Schwimmen.

Es sind auch nicht rigorose Selbsteinschränkungen, die zu einem tieferen Blutdruck führen. Frauen sollen sich mit höchstens einem kleinen Glas Wein pro Tag begnügen, Männer mit maximal zwei kleinen Gläsern.

Das sind Dinge, die sich leicht anhören. Das Problem ist immer die Durchführung. Jetzt in der beginnenden Herbstzeit ist vielleicht der beste Zeitpunkt anzufangen. Eine leichte Wanderung im Wald, den Geruch von Pilzen und feuchtem Moos einfangen und später im Restaurant einen Apfelsaft trinken

Häufiges Messen

Den Blutdruck kann man nicht spüren, man muss ihn messen. Blutdruckmessgeräte sind einfach in der Bedienung und kosten nicht viel. Trotzdem sollte nicht das günstigste Gerät gekauft werden, sondern mit dem Hausarzt die Vor-und Nachteile der verschiedenen Messgeräte besprochen werden. Die Grundversicherung zahlt zwar nichts an ein Blutdruckgerät.

Anders sieht es aber bei gewissen Zusatzversicherungen aus. Es ist ratsam, vor dem Kauf die Versicherung anzufragen. Beim Messen sollte noch beachtet werden, den Blutdruck verteilt auf den Tag zu messen. Denn je nach physischer Belastung, schwankt dieser. Diese Messungen sind sinnvolle Ergänzungen zur Messung beim Hausarzt. Interessanterweise ist der Blutdruck beim Doktor manchmal höher als zu Hause. Der Grund ist der «Weisskitteleffekt»: Häufig ist der Patient in der Arztpraxis nervös und angespannt!

Bei der Messung unterscheidet man zwischen dem systolischen und dem diastolischen Blutdruck. Der systolische Wert beschreibt die Auswurfleistung des Herzens. Der diastolische Wert macht Aussagen über die Elastizität der grossen Herzgefässe. Ab einem Blutdruck von 130/85 sollte der Wert häufiger kontrolliert werden.