Für manche Menschen wird die Nacht zum Albtraum. Sie haben Mühe mit dem Einschlafen oder leiden unter Durchschlafstörungen. Für die Schlafprobleme sind oft keine konkreten Gründe auszumachen. «Dann können professionelle Schlafberater helfen, richtig schlafen zu lernen», sagt Schlafspezialist Markus Kamps.

Viele seiner Klienten leiden nach dem Aufwachen am Morgen unter Rückenschmerzen. Gründe, so Kamps, können eine Fehlhaltung am Abend sein oder eine falsche Lagerung während der Nacht. «Ein zu hohes Kissen oder eine zu harte Matratze, kombiniert mit einer Überbelastung am Tag, kann oft Ursache von Schlafstörungen sein», betont der Schlafexperte.

Immerhin verbringe ein Mensch während eines Jahres rund 3000 Stunden im Bett, gegenüber etwa 1700 Stunden bei der Arbeit. «Das Paradoxe ist, dass es für die Arbeitsplatzgestaltung Richtlinien gibt, nicht aber für Ausgestaltung des Bettplatzes, obwohl wir hier mehr Zeit verbringen.»

Das passende Bett

Eine gute Matratze und ein optimales Bettsystem können vielen Schlafstörungen vorbeugen. Sie schonen zudem die Wirbelsäule und Gelenke und ermöglichen dadurch eine gesunde Regeneration während der Nacht.

Bei Bandscheibenvorfällen im Lendenwirbelsäulenb ereich empfiehlt Kamps gegebenenfalls ein Stufenbett. Auch sollten das Becken und der untere Rückenbereich flächig etwas fester gelagert werden. Bei Gelenkbeschwerden in Hüfte und Knie muss zusätzlich auf die Festigkeit der Matratze geachtet werden.

«Bei Verspannungen im Schulter-Nackenbereich sollte mit dem passenden Kissen und den Bezügen sowie der Oberfläche des Bettes ein ideales Bettklima geschaffen werden, um schwitzbedingte negative Muskeleffekte zu vermeiden.» Ein guter und ausreichender Schlaf wirkt sich aber auch positiv auf die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit aus.

«Grundsätzlich empfehle ich meinen Klienten, sich selber Gedanken zum eigenen Bettsystem zu machen und dabei professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.» Was Kinder und Jugendliche betrifft, warnt Kamps davor, ihnen alte Betten zur Verfügung zu stellen.

Bei vorhandenen Mulden oder mangelnder Festigkeit infolge von Abnützungserscheinungen könne es zu Haltungsveränderungen kommen. «Das Thema Rückenbeschwerden und sogar Bandscheibenschäden betrifft heute bereits Kinder.» Von zu individuellen oder angepassten Bettlösungen, die bei Erwachsenen sinnvoll sein können, rät Kamps hingegen ab.

Die innere Uhr

Das Wichtigste für einen guten Schlaf sei ein geregelter Tagesablauf, betont der Schlafspezialist. Wer sich tagsüber Pausen gönne, schlafe erfahrungsgemäss besser. Auch ein Nickerchen zwischendurch könne hilfreich sein. Vor dem Schlafengehen sei es wichtig, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.

Schuld daran sei oft der «Sofa-Schlaf» vor dem Fernseher. «Entscheidend ist auch, dass man auf die innere Uhr hört», so Kamps. Vielen Leuten sei nicht bewusst, was ein guter und ausreichender Schlaf bewirke. «Ich stelle bei meinen Klienten immer wieder fest, dass sie sich oft gar keine Zeit zum Schlafen nehmen.»

Vielen sei auch nicht klar, dass es je nach Raumtemperatur und Jahreszeit sinnvoll sei, unterschiedliche Bettdecken zu benutzen. Wer nachts von Sorgen geplagt wird, dem rät Markus Kamps, zunächst einmal liegen zu bleiben. «Oft hilft hier schon die Erkenntnis, dass man sich auch erholen kann, wenn man nur ruht.»

Spätestens nach 20 Minuten sollte man aber aufstehen. Sonst, so Kamps, würde man mit dem Bett negative Erfahrungen verknüpfen. «In solchen Situationen ist es hilfreich, etwas in der Wohnung herumzugehen, sich zwischendurch kurz hinzusetzen und angenehme Musik zu hören.»

Allerdings: Wenn solche Hilfsmittel ständig gesteigert werden müssen, gerate man rasch in einen Teufelskreis, warnt der Schlafexperte.