Herr Grimm, Sie sind Optiker. Was ist kurz zusammengefasst der Unterschied zwischen einem Augenarzt und einem Optiker? Wann sollte ich eher einen Optiker, wann eher einen Augenarzt aufsuchen?

Friedrich Grimm: Der Augenoptiker ist Ansprechpartner, wenn es um das Sehen geht und wie die heute hohen Anforderungen am besten erfüllt werden können. Das beginnt bei der Prüfung des Sehvermögens, geht über die Brille, Kontaktlinse, Sportbrille und so weiter und endet beim guten Aussehen. Der Augenarzt ist Speziallist für alle medizinischen Kontrollen und Probleme mit den Augen.
 

Was unterscheidet einen guten von einem weniger guten Optiker?

Ein guter Augenoptiker kennt die richtigen Fragen, um die Bedürfnisse der Kunden zu erfahren. Und er kann zuhören, um diese richtig zu verstehen. Er zeigt dem Kunden die relevanten Möglichkeiten auf. Denn häufig ist eine Brille alleine nicht die passende Lösung, sondern es braucht für besondere Aufgaben eigene Lösungen, wie beispielsweise für einen Computerarbeitsplatz.
 

Ich brauche eine Brille und weiss, dass ich kurzsichtig bin und eine Hornhautverkrümmung habe. Wie geht ein guter Optiker mit so einem Kunden um?

Zuerst ist es wichtig zu wissen, ob sich die Sehstärke verändert hat und diese noch geprüft werden soll. Weiter ist wichtig zu erfragen, ob neben dem schlechten Sehen noch andere Beschwerden da sind, welche von einem Spezialisten geprüft werden müssen. Und dann geht es weiter an der Stelle, wo die Bedürfnisse in Erfahrung gebracht werden ... .
 

Wie oft sollten Brillenträger bei ihrem Optiker die Augenstärke testen lassen?

Durchschnittlich alle zwei Jahre, kann man sagen. Kinder und Jugendliche sollten sich häufiger testen lassen, weil sich noch vieles verändert. Und wenn man das Gefühl hat, es könnte sich etwas geändert haben, oder wenn man schnell ermüdet, sollte der Optiker in jedem Fall aufgesucht werden.
 

Wenn sich ein Kunde nicht entscheiden kann, ob er eher Linsen oder eine Brille tragen soll: Was tut ein Optiker in so einem Fall?

Heute stellt sich diese Frage nicht oft, da viele Kunden beides nutzen – dann hat man für die verschiedenen Situationen jeweils die beste Lösung. In jedem Fall hilft jedoch das Probetragen von Kontaktlinsen, um einfach erfahren zu können, wie man sich damit fühlt.
 

Kann man sich bei einem Optiker auch den Augendruck messen lassen? Verfügt er über das entsprechende Instrumentarium?

Es gibt verschiedene Optiker, die diese Möglichkeit anbieten. Mit der Messung alleine ist es jedoch nicht getan. Man kann krankhafte Veränderungen damit nicht einfach ausschliessen.
 

Kann ein Optiker erkennen, ob ich unter einer Sehkrankheit und nicht bloss unter einer Sehschwäche leide?

Die Diagnose von Krankheiten liegt grundsätzlich im Bereich der Ärzte. Augenoptiker haben jedoch ein breites Wissen, sodass sie viele Symptome gut einordnen können und allenfalls Zuweisungen zu einem Arzt veranlassen.
 

Sind Beratungen und Untersuchungen bei einem Optiker eigentlich immer kostenlos?

Die Dienstleistungen sind nie kostenlos. Der Aufwand an Ausbildung, Räumlichkeiten, Gerätschaften und Zeit ist schliesslich beträchtlich. Sollte ein Optiker diese Aufwendungen nicht separat ausweisen, so werden diese Dienstleistungen über die Produkte finanziert.