Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat unlängst erklärt: Luftverschmutzung sei «nachweisliche Ursache für Krankheit und vorzeitige Todesfälle». Bei übermässiger Schadstoffbelastung treten Erkrankungen der Atemwege auf. Die Lungenkapazität verringert sich mit dem Anteil der verschmutzten Atemluft.

Der menschliche Körper hat von der Natur keine Schutzmechanismen gegen die winzigen Teilchen mitbekommen

Je kleiner der Partikel, desto länger schwebt er in der Luft. Gemäss neusten Recherchen der Forschung sind die kleinsten Teilchen in der Luft auch die schädlichsten.

Diesen Feinpartikeln – 0,25 bis 0,5 Mikrometer klein –,  auch als PM1 (Particulate Matter 1) bekannt, sollte daher die grösste Aufmerksamkeit gelten. Zum Vergleich: Partikel der Klasse PM10 (10 bis 100 Mikrometer) zeigen sich in Form von Rauch, Staub, Schmutz und Pollen. Sporen und andere organische Schmutzpartikel erreichen eine Grösse von 10 Mikrometern.

Partikel der Grösse PM1 sind also nochmals 200 Mal kleiner. Das menschliche Auge kann noch ein 40 Mikrometer grosses Teilchen erkennen – die Gefahr des PM1 ist also nicht sichtbar.

Der menschliche Körper hat von der Natur keine Schutzmechanismen gegen die winzigen Teilchen mitbekommen. Unsere Atmung sorgt selbst dafür, dass sie den Weg in die Bronchien über die Luftröhre finden, manchmal gar die Lungenbläschen durchdringen und so in den Blutkreislauf gelangen.

Die WHO hat nachgewiesen, dass Inhaltsstoffe der belasteten Aussenluft – etwa Partikel aus der Dieselkraftstoffverbrennung – Krebs bewirken können. Jüngst wurde herausgefunden, dass auch Demenz auf Nanopartikel zurückgeführt werden kann.

Entzündete Augen sind erste Warnsignale, ebenso Probleme beim Tragen von Kontaktlinsen, laufende Nase, gereizter Hals, Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie asthmaähnliche Symptome.

Eine Studie des Bundesamts für Raumentwicklung ARE kommt zum Ergebnis, dass in der Schweiz jährlich 3'000 Todesfälle auf Luftverschmutzung zurückzuführen sind. Wegen Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden jährlich 20'000 Spitaltage gezählt. Jährlich laufen Gesundheitskosten von vier Milliarden Franken auf.