Um Karies vorzubeugen, sollten die Zähne bei Kindern jeweils nach jeder Hauptmahlzeit und nach jeder Zwischenmahlzeit gereinigt werden. Und zwar von «Rot nach Weiss»: Also immer vom Zahnfleisch zur Zahnkrone.

Bei der Zahnbürste sollte man einen kurzen und schmalen Bürstenkopf verwenden und diesen ersetzen, sobald die Borsten abgenutzt sind, spätestens jedoch nach drei Monaten.

«Das Kariesrisiko lässt sich durch einen massvollen Zuckerkonsum verringern. Dabei kommt es nicht auf die Zuckerart an, denn auch Trauben-, Frucht- und Milchzucker können Karies verursachen», betont Claudia Uebelmann von der «Aktion Zahnfreundlich».

Abends nach dem Zähneputzen sollte auf gesüsste und säurehaltige Getränke wie Limonaden, Fruchtsäfte oder Milch verzichtet werden. Wasser oder ungesüssten Tee kann man hingegen problemlos trinken.

Achtung Säure

Zwischen der Ernährung und Mundgesundheit besteht ein Zusammenhang. Unser Nahrungs- und Getränkekonsum setzt die Zähne ständig einem Kariesrisiko aus. Säuren werden vor allem durch Bakterien in der Mundhöhle aus Zuckern gebildet.

Die Plaque befindet sich auf der Zahnoberfläche. Werden die Zähne nicht regelmässig und gründlich geputzt, hat die Plaque ausreichend Zeit, Säuren zu bilden, die wiederum die Zahnhartsubstanzoberfläche angreifen, wodurch Karies entsteht. Neben dem Zuckergehalt spielen auch die Klebrigkeit der Nahrungsmittel, die Verweildauer im Mundraum und die Häufigkeit der Nahrungszufuhr eine wichtige Rolle bei der Kariesentstehung.

«Wenn von Ernährung und Karies die Rede ist, denken die meisten sofort an Zucker oder Schokolade. Aber auch Trockenfrüchte, Knäckebrot, Cornflakes oder die beliebten Müsliriegel und Milchschnitten als kleine Zwischenmahlzeit sind nicht zu unterschätzen», warnt Uebelmann.

Aufgrund ihrer Klebrigkeit haben gerade diese Produkte ein hohes kariogenes Potenzial. Obst und Obstsäfte sind zwar weniger problematisch, hier wirkt aber nicht nur der Fruchtzucker, sondern auch die Fruchtsäure.

Herkömmlichen Zucker ersetzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Lebensmittel und Getränke zu süssen. Bekannt sind vorwiegend die Zuckerarten, die Karies verursachen. Der bekannteste kariogene Zucker ist der übliche Haushaltszucker.

Daneben gibt es weitere Zuckerarten wie zum Beispiel Trauben-, Frucht- oder Milchzucker. Man kann aber auf zahnfreundliche Zuckerarten ausweichen und zum Beispiel Xylit verwenden. Neben seiner zahnfreundlichen Eigenschaft hat Xylit auch einen um rund 40 Prozent tieferen Kalorienwert und ist für Diabetiker geeignet. Die Einnahme einer höheren Dosis kann allerdings abführend wirken.

Säureangriff reduzieren

Claudia Uebelmann rät dazu, den Zuckerkonsum einzuschränken. «Wenn man zudem maximal zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag einnimmt, hat der Speichel Zeit, den Schmelz zu remineralisieren.» Säurehaltige Getränke sollten in einem Zug getrunken werden. Dadurch wird der Säureangriff auf die Zähne reduziert. Beim Kauf von entsprechenden Produkten sollte man immer auf das «Zahnmännchen» achten.

Diese Produkte wurden wissenschaftlich auf ihre Zahnfreundlichkeit getestet. Bereits Kleinkinder sollten ans regelmässige Zähneputzen gewöhnt werden. «Die Pflege der Milchzähne ist sehr wichtig, denn sie dienen nicht nur als Platzhalter für die bleibenden Zähne, sondern auch für die Sprachentwicklung und Mimik und zum Abbeissen und Kauen», erklärt Uebelmann.

Ab Durchbruch des ersten Milchzahns sollten die Zähne von Kleinkindern einmal täglich mit einer sehr weichen, angefeuchteten Babyzahnbürste und einem Hauch fluoridierter Kinderzahnpasta gereinigt werden.

«Damit es dem Kind auch Spass macht, die Zähne zu putzen, kann man ein lustiges Zahnputzlied vorsingen. Eine Zahnputzuhr oder ein spezieller Timer mit farbigen Lämpchen geben die Zahnputzzeit vor, verkürzen sie und verlängern die Aufmerksamkeit des Kindes», empfiehlt Uebelmann.