Wie steht es um die Zahngesundheit von uns Schweizern?

Wir haben eine zahnmedizinische Versorgung auf hohem Niveau. Anstrengungen der Schulzahnpflege haben dazu geführt, dass die meisten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum noch Karies aufweisen oder schwerwiegende Zahnstellungsprobleme haben am Ende der Schulzeit.

Zwei Drittel schätzten die Gesundheit ihrer Zähne als gut ein

Wir sind Weltmeister im Zähneputzen. Es gibt viele gut aus- und weitergebildete Zahnärztinnen und Zahnärzte. In einer Zufriedenheitsbefragung des Kantons Zürich im Jahr 2013 gaben 83 Prozent der Befragten an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten beim Zahnarzt oder bei der Dentalhygienikerin waren.

95 Prozent waren mit ihrem Zahnarzt und mit dem Behandlungsresultat zufrieden. Zwei Drittel schätzten die Gesundheit ihrer Zähne als gut ein. Aber wir orten auch Probleme: bei pflegebedürftigen alten Menschen, bei Menschen in sozial und wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen.

Hier kommt die soziale Zahnmedizin zum Einsatz. Können Sie diese näher erläutern?

Für Menschen in Armut kommen Sozialhilfe oder Zusatzleistungen zur AHV/IV für unumgängliche Behandlungen auf. Dabei stehen Schmerzfreiheit und Kaufähigkeit im Vordergrund.

Es kommen nur einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Behandlungen in Frage. Die Kantonszahnärzte und Kantonszahnärztinnen haben hierfür Empfehlungen erarbeitet.

Wie hat sich die Zahnmedizin in den letzten Jahren entwickelt?

Dank starkem Kariesrückgang, vielfach gutem Zahnbewusstsein, nicht zuletzt aber auch wegen einer hohen Zahnärztedichte sind Ästhetik und Komfort in den Vordergrund gerückt, begünstigt durch die Möglichkeiten der Informationstechnologie.

Wie unterstützt der Staat die gängigen Thematiken in der Mundgesundheit?

Zahn- und Munderkrankungen sind zu einem grossen Teil vermeidbar. Deshalb setzt die Schweizer Gesetzgebung auf Eigenverantwortung des Individuums. Für Zahnschäden, die nicht selbst verschuldet sind, gibt es Regelungen bei den Sozialversicherungen.

Zum Beispiel für Zahnunfälle, angeborene Zahndefekte und schwere Kieferfehlstellungen. An vier Universitäten werden Zahnärztinnen und Zahnärzte ausgebildet und findet Spitzenforschung statt.

Welche Massnahmen zum Erhalt der Zahngesundheit empfehlen Sie?

  • Zahngesunde Ernährung und Getränke
  • Zwei- bis dreimal pro Tag Zähne putzen
  • Dabei fluoridierte Zahnpasta verwenden
  • Jährlicher Besuch beim Zahnarzt oder der Dentalhygienikerin zur Früherkennung von Erkrankungen

Wie findet man einen guten Zahnarzt?

Achten Sie auf Angaben zur Berufserfahrung, zu Weiterbildungen, Mitgliedschaften in Fachgesellschaften, in Berufsverbänden, zum Beispiel der Zahnärzte-Gesellschaft SSO. 

Ein guter Zahnarzt oder eine gute Zahnärztin untersucht Sie sorgfältig, bespricht die Befunde, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und deren Kosten, gibt Bedenkzeit und beantwortet Fragen. Die Praxis soll sauber sein und man soll Wertschätzung dem Personal gegenüber spüren.

Tipps von Bekannten können helfen. Die Fachgesellschaften und die SSO haben Zahnarzt-Listen aufgeschaltet, die auf spezielle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Man sollte sehr vorsichtig sein bei Praxen, die mit speziell günstigen Angeboten und Pauschalpreisen werben.