«Magen-Darm-Erkrankungen...

...sind seit Monaten ein Thema in der Tages- und Wochenpresse. Dies ist nicht nur auf neue Erkenntnisse medizinischer Art zurückzuführen, sondern hat mit dem zum Teil hohen Gesundheitsbewusstsein unserer Gesellschaft zu tun. Notabene sind nicht alle Mitglieder unserer Gesellschaft gleich sensibilisiert; die einen neigen zu überhöhtem Gesundheitsbewusstsein und stilisieren normale Umstände zu Erkrankungen hoch.

Dies zeigt sich in der Fokussierung auf gewisse Nahrungsbestandteile wie zum Beispiel Gluten oder Laktose und Trends zu Low Carb, basischem Essen oder Veganismus und anderen einschlägigen Ernährungsgewohnheiten.

Hier gilt es, seriös die Spreu vom Weizen zu trennen. Modeströmungen und wissenschaftliche Fakten müssen weiterhin strikt getrennt bleiben. Als Ärzte sollen gut gemeinte Ratschläge ohne medizinische Grundlage vermieden werden, da strikte Diäten die gesunden Menschen zu Patienten machen und in die soziale Isolierung treiben können.

Auf der anderen Seite ist nach wie vor zu wenig Gesundheitsbewusstsein vorhanden.

Insbesondere bei bereits verfügbarem gutem Angebot zu Präventionsmassnahmen wird dieses ungenügend genutzt und oft auch von Fachpersonen nicht adäquat unterstützt.

Darmkrebs ist der dritthäufigste Tumor der Schweizer Bevölkerung

Die Polypen, welche gutartige Vorstufen darstellen, lassen sich meistens ambulant bei einer Darmspiegelung problemlos entfernen. Eine Vorsorge-Darmspiegelung wird bei normalem Risiko ab dem 50. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen.

Hier ist eine höhere Teilnahme in Zukunft anzustreben.  Die zweite schwere Erkrankung, welche lange ohne Symptome vorliegen kann, ist die chronische Hepatitis C. Die Generation der Babyboomer sollte sich diesbezüglich untersuchen und bei positivem Befund behandeln lassen.

Eine chronische Hepatitis C führt zu einer Vernarbung der Leber mit Endstadium Zirrhose, auf welcher wiederum Leberkrebs entstehen kann. Zum Glück ist die Hepatitis C seit wenigen Jahren in einem hohen Prozentsatz von über 90 Prozent heilbar.

Wir hoffen nun, dass die Grundversorger zusammen mit den Magen-Darm- und Leberspezialisten sich gemeinsam für die Gesundheit der Bevölkerung engagieren und sich auf das Relevante beschränken, die Prävention fördern und das Essen an für sich nicht zu einer Erkrankung machen.»