Tipps

Schwimmen/Aquafitness
Die Ausdauersportarten verbessern die Herz-Kreislauf-Funktion und kräftigen die Muskulatur. Beide entlasten durch den Wasserauftrieb die Gelenke und Bandscheiben. Rückenschwimmen und Kraulen stärken das Kreuz, Brustschwimmen ist eher schädlich.

Fitnesstraining
Aktiviert den ganzen Körper, bringt den Stoffwechsel in Schwung, verbessert die Ausdauer und die Herz-Kreislauf-Funktion. Für den Aufbau der Rückenmuskulatur gibt es spezielle Rückentrainingsgeräte.

Radfahren
Unterstützt bei aufrechter Sitzhaltung die Wirbelsäule, indem das eigene Gewicht auf das Fahrrad verteilt wird. Grundsätzlich besteht kaum Gefahr, sich schädliche Stauchungen, Überdrehungen oder Überstreckungen einzuhandeln.

Ski
Skilanglauf ist ein optimaler Allroundsport für alle Zielgruppen mit günstigen Rücken- und Gelenkbelastungen sowie mit einer guten Ganzkörperbelastung. Bei Ski alpin und Snowboarding ist die Überlastungsgefahr desto kleiner, je kontrollierter der Fahrstil und je besser die Fitness sind. Gefährliche Hänge und Buckelpisten sind kritisch für das Kreuz.

Jogging/Laufen/Nordic Walking
Steigern die Ausdauer und regen den Stoffwechsel an. Die Sportarten sind aufgrund des Wechsels von An- und Entspannung gut für die Bandscheiben, sofern man gutes Schuhwerk und die richtige Lauftechnik hat. Durch die Laufbewegungen trainiert man die tiefe Rückenmuskulatur und den Lendenwirbelbereich.

Unser Rücken steht unter Dauerbelastung. Bei körperlichen Arbeiten belasten wir unseren Rücken mit unphysiologischen Haltungen und hohen Gewichten. Vor dem PC verharren wir stundenlang in der gleichen Position.

Der Körper antwortet früher oder später mit deutlichen Signalen. «Die häufigsten arbeitsassoziierten Gesundheitsbeschwerden sind Schmerzen im Rücken, Nacken- und Schulterbereich, Augenbeschwerden und Kopfschmerzen», weiss Thomas Stüdeli, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Ergonomie SwissErgo.

Zu den gängigsten Belastungsfaktoren zählen wiederholende Hand- oder Armbewegungen, schmerzhafte oder ermüdende Körperhaltungen und das Tragen und Bewegen von schweren Lasten. 

Die Ergonomie (griechisch ergon =Arbeit, nomos =Gesetz, Regel) beschäftigt sich neben organisatorischen und kognitiven u.a. mit genau diesen physischen Problemen bei der Arbeit. Die wissenschaftliche Disziplin mit anerkannten Methoden zur Analyse und Verbesserung von Arbeitssystemen umfasst mehrere ergonomische Konzepte.

Drei davon sind prägend: erstens der ganzheitliche Systemansatz, zweitens der Anspruch die Arbeit zu gestalten, und drittens das Verfolgen von zwei gleichwertigen Zielen, der Effizienz und der Gesundheit. 

«Die Ergonomie behandelt den Menschen nicht als ein Rädchen in der Maschine, sondern als ein wichtiges Element in einem vernetzten Arbeitssystem. All diese Konzepte können erfolgreich im Alltag angewendet werden», so Stüdeli. 

Ergonomie am Büroarbeitsplatz

Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz sollte idealerweise so gestaltet sein, dass der Benutzer effizient arbeiten kann und dabei seine Gesundheit nicht beeinträchtigt wird. «Bei der Arbeitsumgebung sind Lärm, Licht und Klima wichtige Faktoren.

Arbeitsplätze sollen der Arbeit entsprechend sinnvoll eingerichtet sein» erklärt Stüdeli. «Individuelle Anpassungen etwa bei Tischhöhen, Stuhl und Beleuchtung sollten möglich sein. Ein gewisser Grad an Ordnung, eine übersichtliche Arbeitsorganisation und ein angenehmes Ambiente schaden auch nicht», ergänzt er. S

owohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren: Die Arbeit macht mehr Freude, es gibt weniger gesundheitsbedingte Absenzen und die Produktivität ist höher. Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes rechnet sich.

«Einerseits sind die Kosten für einen modernen ergonomischen Büroarbeitsplatz gesunken. Andererseits sind die Kosten gestiegen, die der Firma durch gesundheitliche Probleme der Mitarbeiter entstehen», weiss Stüdeli. 

Ergonomie zu Hause und in der Freizeit

Viele unserer täglichen Tätigkeiten im Haus, Garten, beim Einkaufen, aber auch in der Schule können unter ergonomischen Gesichtspunkten analysiert und verbessert werden.

Im Zusammenhang mit orthopädischen Problemen aufgrund von Über- und Fehlbelastungen lassen sich ähnliche persönliche Präventionsmassnahmen wie im Büroalltag anwenden:

«Vermeiden Sie lange Phasen in gleicher Position oder mit häufig wiederkehrenden Bewegungen. Ändern Sie von Zeit zu Zeit Ihre (Sitz)position. Streuen sie ganz bewusst Kurzpausen ein», rät Stüdeli.

«Fragen Sie von Zeit zu Zeit Ihr inneres Thermometer zu Ihrem Wohlbefinden ab. Wo und wann strapazieren Sie sich und ihren Körper? Wie und wann können Sie sich erholen? Leben Sie auch in Ihrer Freizeit aktiv und gesund und suchen Sie nach Ausgleich und Erholung», empfiehlt er weiter.

Bei Unsicherheiten und komplexen Arbeitssystemen im Büro und im Alltag lohnt es sich übrigens, Hilfe bei einem zertifizierten Ergonomen einzuholen.