«Wird Darmkrebs rechtzeitig erkannt...

...ist die Erkrankung gut therapierbar», sagt der Facharzt Kaspar Truninger. Deshalb empfiehlt die Krebsliga Schweiz allen Frauen und Männern ab 50 Jahren, die Darmkrebsfrüherkennung in Anspruch zu nehmen. «Die Früherkennung ist wichtig, da sich die Krebsart häufig erst nach mehreren Jahren bemerkbar macht, wenn der langsam wachsende Tumor bereits fortgeschritten und die Heilungschance beschränkt ist», betont Truninger.

Um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, haben sich zwei Untersuchungsmethoden bewährt: der «Blut-im-Stuhl-Test» und die Darmspiegelung. Ersterer kann einfach und rasch durchgeführt werden.

Er weist selbst nicht sichtbare Spuren von Blut im Stuhl nach, sogenanntes okkultes Blut, das von Darmkrebs oder möglichen Vorstufen einer Darmerkrankung, den Polypen, ausgehen kann. «Ein positiver Hämokkult-Test muss immer mittels einer Darmspiegelung weiter abgeklärt werden, um sicher zu sein, dass der Test nicht wegen des Darmkrebses positiv ausgefallen ist», erläutert Truninger.

Schmerzfreie Untersuchung

Die Darmspiegelung gilt als die zuverlässigste Methode zur Entdeckung von Darmkrebs. «Noch besser als diesen frühzeitig zu entdecken ist jedoch, den Krebs zu verhindern. Auch dies gelingt mit der Koloskopie am besten», betont Truninger.

Bei der Darmspiegelung wird das Innere des Darms mit einer kleinen Kamera untersucht, welche mit einem Endoskop in den Darm eingeführt wird. Die Kamera überträgt die Bilder aus dem Darm direkt auf einen Bildschirm.

Mit dieser Methode lassen sich nicht nur Tumore, sondern auch Polypen mit hoher Sicherheit aufspüren. Polypen können bei der Darmspiegelung direkt entfernt werden.

Die Untersuchung dauert rund 20 bis 30 Minuten und kann in einem Kurzschlaf schmerzfrei durchgeführt werden. «Wurden bei der Darmspiegelung Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen, werden diese anschliessend auf mögliche Krebszellen untersucht», erklärt Truninger.

Die Grundversicherung ist verpflichtet, bei Personen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre einen «Blut-im-Stuhl-Test» oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung zu bezahlen. Genauso wichtig wie die Früherkennung ist die Vorbeugung von Darmkrebs. «Heute weiss man, dass eine gesunde Lebensweise das Darmkrebsrisiko senken kann», betont Truninger.

Darmspiegelung – So geht’s:

Vorbereitung ist das A und O

Zur Vorbereitung einer Darmspiegelung gehört die Reinigung des gesamten Darms. Dazu wird vom Arzt ein starkes Abführmittel abgegeben.

Bei der Darmvorbereitung für eine Dickdarmspiegelung am Vormittag gilt Folgendes: Während der letzten drei Tage vor der Darmspiegelung sollte auf Gemüse und Früchte mit Schalen und Kernen und auf Vollkornprodukte verzichtet werden.

Am Vortag der Untersuchung kann ein faserarmes Frühstück eingenommen werden, mittags und abends darf nur klare Flüssigkeit (zum Beispiel Bouillon mit Ei) getrunken werden. Am Vorabend der Untersuchung zwischen 17 und 20 Uhr wird ein Liter des Abführmittels gemäss Packungsbeilage sowie mindestens ein halber Liter klare Flüssigkeit nach Wahl (keine Fruchtsäfte) eingenommen.

Die Abführlösung und die zusätzliche klare Flüssigkeit müssen nochmals am Untersuchungstag und zwar bis drei Stunden vor Untersuchungsbeginn fertig getrunken sein – also insgesamt zwei Liter. Ab dann darf nichts mehr eingenommen werden.

Nach einem Gespräch mit dem Arzt wird eine Kanüle in die Vene eingeführt, über die falls gewünscht ein Schlafmittel gespritzt werden kann. Um während dieser Zeit eine umfassende Überwachung zu gewährleisten, wird ein Messgerät für den Sauerstoffgehalt des Blutes an den Finger angelegt. Zusätzlich wird Sauerstoff über die Nase zugeführt.

Mittels eines beweglichen Schlauches mit einer Bildübertragung auf einen Monitor wird anschliessend die Schleimhaut des gesamten Dickdarms und des letzten Teiles des Dünndarms untersucht.

Im Anschluss an die Untersuchung besteht die Gelegenheit, noch einen Moment auszuschlafen. Danach informiert der untersuchende Arzt den Patienten über die Untersuchungsresultate. Nach Verabreichung eines Schlafmittels sollte gleichentags kein Fahrzeug gelenkt werden.