Aktuelle Zahlen liefern den alarmierenden Beweis: Die Schweiz gehört zu den Spitzenreitern bei Hautkrebserkrankungen. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 2000 Menschen an einem Melanom (schwarzer Hautkrebs). Für 290 Personen jährlich endet die Krankheit tödlich. Häufiger, aber weniger gefährlich sind die hellen Hautkrebse wie das Basaliom und das Spinaliom. Bei jährlich schätzungsweise 13 000 Menschen wird ein heller Hautkrebs diagnostiziert. Frühzeitig erkannt, kann der Hautkrebs in 95 Prozent der Fälle geheilt werden.

Kostenlose Erstuntersuchung

Anfang Mai fand die Nationale Hautkrebs-Vorsorgewoche der Schweizer Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie 2012 statt, an der sich die Dermatologische Klinik des Universitätsspitals beteiligte. «Den Schwerpunkt legen wir einerseits darauf, der Bevölkerung eine kostenlose Erstuntersuchung zu ermöglichen, und andererseits ein breites Publikum über Hautkrebs und dessen Risikofaktoren zu informieren», erklärt Prof. Dr. Ralph Braun, Leitender Arzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Die Haut ist das Organ, das am häufigsten von Krebs betroffen ist. In der Schweiz treten jährlich mindestens 15 000 neue Hauttumore auf – damit ist die Schweiz nach Australien und Neuseeland Spitzenreiter bei neuen Hautkrebsfällen. Und dieser betrifft bereits junge Menschen. «Einen Altersgipfel beim Hautkrebs findet man bei Menschen um die 40. Er kommt aber durchaus auch schon bei 20 bis 30-jährigen vor», so Braun.

Auf Warnzeichen achten

Sensibilisieren ist deshalb eines der Ziele, das sich die Hautkrebsvorsorge gesetzt hat. «Mir ist es wichtig, dass die Leute über Hautkrebs Informiert sind: dass sie wissen, wie man sich schützen kann und was mögliche Warnzeichen sind», erklärt Ralph Braun. Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Typen. Basalzellkarzinome, Spinozelluläre Karzinome sowie der gefürchtete schwarze Hautkrebs, das Melanom. Das Basalzellkarzinom bildet keine Ableger, das Spinozelluläre Karzinom nur sehr selten, weshalb diese beiden Tumore überwiegend gut heilbar sind. Seltener, doch zunehmend häufiger und weit gefährlicher ist das Melanom – der schwarze Hautkrebs. Der Grund liegt darin, dass sich aus einem Melanom Metastasen bilden können, welche die Heilung wesentlich erschweren. Ein Melanom entwickelt sich meist auf normaler Haut oder aus einem schon bestehenden Muttermal. «Umso wichtiger, dass man seinen Hauttyp und die Muttermale kennt. Verändert sich ein bestehendes Muttermal oder hat sich eine neue, auffällige Hautveränderung gebildet, sollte man unbedingt einen Dermatologen aufsuchen», sagt Braun. Besonders gefährdet sind Menschen mit sehr heller Haut, blonden oder roten Haaren und vielen Muttermalen.

Vorsorgeuntersuchungen helfen

Wer regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung geht und seine Leberflecke und Muttermale selbst beobachtet, erhöht die Chance, dass Hautkrebs rechtzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden kann. Bei der Vorsorgeuntersuchung führt der Hautarzt einen Ganzkörper-Hautcheck durch und überprüft die Muttermale mit einem Handmikroskop auf verdächtige Veränderungen. Im Verdachtsfall wird das Muttermal chirurgisch entfernt und auf Hautkrebs untersucht.

Risikofaktor UV-Strahlung

Als wichtiger, aber nicht einziger Risikofaktor für Hautmelanome gilt nach wie vor die UV-Strahlung von Sonne und Solarium. «Es handelt sich nicht um den wichtigsten Risikofaktor, aber den einzigen, welchen wir aktiv
durch unser Verhalten beeinflussen können», so Braun. Durch die UV-Strahlung können sich die Pigmentzellen der Haut verändern und zu einem Melanom wachsen. Sonnenbrände sollten also unbedingt vermieden werden, denn die Haut vergisst nicht: Je öfter man einen Sonnenbrand erlitten hat, desto grösser ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Laut Braun sei es deshalb wichtig, dass man weiss, wie viel Sonne die Haut verträgt. Hat man viele Muttermale oder ist bei einem Familienmitglied Hautkrebs bekannt, so ist besondere Vorsicht geboten. Auch vom Besuch von Solarien wird dringend abgeraten. Andere Risiken für eine Hautkrebserkrankung wie der Hauttyp oder das familiäre Risiko können jedoch nicht beeinflusst werden.