Die Erste Hilfe ist bereits im Arbeitsgesetz geregelt: Demgemäss müssen «entsprechend den Betriebsgefahren, der Grösse und der örtlichen Lage des Betriebs stets die erforderlichen Mittel verfügbar sein.

Nötigenfalls müssen zweckmässig gelegene und eingerichtete Sanitätsräume und im Sanitätsdienst ausgebildetes Personal zur Verfügung stehen. Die Sanitätsräume und die Aufbewahrungsstellen für die Erste Hilfe-Ausstattung sind gut sichtbar zu kennzeichnen».

Sofort handeln

In Notfallsituationen zählt jede Minute. Reflexartig müssen dann die richtigen Massnahmen ausgelöst werden. Sind Herzfunktion und Atmung bei einem Herzstillstand während weniger als 4 Minuten unterbrochen, haben Betroffene gute Chancen, sich nach einer fachgerecht ausgeführten Herz-Wiederbelebung vollständig zu erholen.

In Notfallsituationen zählt jede Minute. Reflexartig müssen dann die richtigen Massnahmen ausgelöst werden
Verstreichen zwischen 4 und 6 Minuten, bis Wiederbelebungs-Massnahmen einsetzen, kann ein Hirnschaden auftreten. Nach 10 Minuten ist die Überlebenschance ohne gravierende Folgen äusserst gering.

Grundsätzlich gilt: Die Herzdruckmassage muss so lange durchgeführt werden, bis die Rettungskräfte übernehmen. Bei einem Erwachsenen sollte der Brustkorb mindestens 100 Mal pro Minute im Minimum fünf Zentimeter tief eingedrückt werden. Zusätzlich muss beatmet werden. Falls vorhanden sollte eine externe Wiederbelebung mit einem Defibrillator durchgeführt werden.

Rasch und präzise

Um eine Herzdruckmassage richtig auszuführen und einen Defibrillator korrekt bedienen zu können, braucht es die richtige Ausbildung und entsprechende Übung. Die Effizienz der Notfallorganisation hängt wesentlich davon ab, wie rasch und präzis Notfallmeldungen erfolgen.

Wichtig ist, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen Notfallzettel verfügen mit den wichtigsten inner- und ausserbetrieblichen Namen und Telefonnummern und über ein Schema, das die Meldung strukturiert. Das Meldeschema mit den wichtigsten Telefonnummern befindet sich vorzugsweise auch neben jedem Telefon­apparat im Betrieb und am Anschlagbrett beziehungsweise ist über ein firmeninternes Websystem abrufbar.

Üben, üben, üben

Ärztliche Hilfe ist oft zweite Hilfe. Erste Hilfe wird in der Regel von medizinischen Laien geleistet, die am Ereignisort zufällig anwesend sind. Jeder Betroffene ist darauf angewiesen, dass rasch und unmittelbar gehandelt wird. Bei schweren Ereignissen ist der weitere Verlauf des Patientenzustandes weitgehend von den Massnahmen abhängig, die in den ersten Minuten getroffen werden.

Rasche und wirksame Hilfeleistung erfordert daher eine entsprechende Instruktion der Beschäftigten, vor allem in Bezug auf lebensrettende Sofortmassnahmen. Das richtige Handwerk und Training muss kontinuierlich geschult und geübt werden: Ausgewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können zum Beispiel einen Grundkurs in Nothilfe absolvieren.

Dieser wird vom Unternehmen organisiert und finanziert. Sofortmassnahmen zu möglichen Herzattacken müssen periodisch geübt und überprüft werden. Dabei gilt: Möglichst realistisch üben, also auch während der Arbeit. Geeignete Mitarbeitende werden als Betriebssanitäter ausgewählt und regelmäs­sig weitergebildet. Zur Grundausstattung gehört idealerweise auch ein betriebseigener Sanitätsraum.

Dabei muss ausreichend Notfallmaterial zur Verfügung stehen, das regelmässig hinsichtlich Gebrauchsfähigkeit und Vollständigkeit überprüft wird. Letztlich entscheiden Mut und Handlungsbereitschaft der Laienretter über Tod oder Überleben.